Helge Thun

Gedichte

22.05.2013 

Fernsehlandschaft

Wer jemals ein Erfinder war,
der kennt sie: die Verhinderer!
Die Bremser und Bedenkenträger,
die „Nächstes-Jahr-erneut-Vorleger“!

Beamte, Nörgler, Neinsager,
hier ein „Weiß nicht“, da ein „Aber“!
Die Kassenwarte, Mauerbauer:
„bloß nicht stolpern, sonst gibt’s Aua!“

Die Sicherheitsfanatiker:
„zur Sicherheit noch etwas artiger!“
Statt „easy come and easy go“
lieber mal kein Risiko!

Statt „schöner, besser, neuer“:
„lieber nicht, das wird zu teuer!
Was wird allein der Test kosten?“
Und: „wir haben doch noch Restposten!“

„Irgendwas Bewährtes, Schnelles,
und bitte bloß nichts Originelles,
selbst Ausgedachtes, Eigenes!
Ich kenn’ uns! Wir vergeigen des!“

„Schön stillhalten und nichts bewegen,
über’m Tellerrand wär’s zu verwegen!
Die Leute ham doch eh kein’ Schimmer,
komm’ wir machen’s so wie immer!“

„Ideen sind nicht verboten, doch
wer bös’ ist, kommt ins Quotenloch!
Für Mut gibt’s keine Prämien,
für so was ham wir Gremien!“

Idealisten und Ideengeber
enden dort als Säuferleber
im Einheitsbrei-Ikea-Mief,
im Redaktions- und Krea-Tief!

29.04.2013 

Birken im Regen

Wenn Blitze in Bezirken grollen
wo Birkenpollen wirken wollen,
und reger Regen die Erreger tupft
dann sind die Birken mal verschnupft!
Und mich sieht man dann auf den Wiesen
... wegen der Erkältung niesen.

27.04.2013 

Drei Merksätze:

1. Was Dieter Bohlen für den Feminismus,
ist Uli Hoeneß für den Fiskus!

2. Ich glaub, dass Uli schon seit Jahren
die Steuersätze Wurstwaren.

3. Will sich die Wurst um Steuern drücken,
muss man ihr auf die Pelle rücken!

27.04.2013 

Der Struwwel-Hoeneß

Seht, da steht der Uli, Kinder!
der böse, böse Steuersünder!
Von München bis nach Fallingbostel
war er der Moralapostel!

„Die Moral“, so kam er angegockelt,
„hab ich nicht einmal, sondern doppelt!“
„Das Gesetz“, rief Uli, „ist was Schönes“,
was soviel hieß wie: „ich ver-Hoeneß!“

So hörten ihn die Bayern schrei’n:
„Ich zahle keine Steuern, nein!
Ich zahle meine Steuern nicht!
Nein, meine Steuern zahl ich nicht!“

Und weh ihr Kinder, etwas später
erwischten sie den Schwarzgeld-Peter!
Im Land wo sonst die Schweizer wohnen
da bunkerte er die Millionen!

Und was den Uli selber wunderte:
es war’n nicht eine, sondern hunderte!
„Ja, Potzblitz! Wo komm’ die denn her?!“
Der Uli wusst’ es selbst nicht mehr!

So wurde aus dem stadtbekannten
Wurst- und Würstchenfabrikanten,
ja dem Fußballfürst ein Fürstchen
und aus dem Wurstmann selbst ein Würstchen.

Weshalb der Wurst- und Bayernboss
nun reihenweise reihern muss!

29.03.2013 

Fernsehturm Gedicht

Nach 60 Jahr’n ist endlich klar:
im Fernsehturm herrscht Brandgefahr!
Das klingt vielleicht etwas bescheuert,
denn der Brandschutz wurd’ ja grad erneuert,
doch nun endlich offenbart sich:
Stuttgarts Turm ist einzigartig!

Da gibt’s nicht nur ne tolle Aussicht,
die jede and’re aussticht
(manchmal sieht man fast bis Hessen),
nein, man kann auch oben essen
(im Restaurant). Und jetzt pass auf:
das Tolle ist, man kommt nicht rauf!

Und wenn dich mal die Kinder fragen,
ob der Turm dann sozusagen
eigentlich kein’ Sinn mehr hat,
dann sag: „doch, doch, den braucht die Stadt!
Ist doch klar, fragt nicht so dumm,
sonst stünd’ ja hier nix rum!“

Und erfasst einmal ein Feuersturm
den menschenleeren Fernsehturm
und brennt ihn wie ’ne Fackel nieder,
dann öffnen wir den Fahrstuhl wieder!
Und wenn dann drinn’ die Touris grill’n,
dreh’n wir ’nen tollen Kinofilm!

Ein’ Klassiker, den ich vergött’re:
den „Fahrstuhl zum Schaföttle“!

24.02.2013 

Struwwel-Berlusconi

Die offizielle, gereimte Struwwelpeter-Vorhersage zum Ausgang der Wahl in Italien und wahrscheinlichen Zukunftsplänen des Cavaliere:

Ist der alte Silvio
nun endlich einmal still? I wo!
Er schreit: „Die Macht ich will sie so!“,

kratzt sich die Genitalien
und bei der Wahl der Personalien
ruft er: „Wähl’ mich Italien!“

Doch schau nur, weh, du Schreckgespenst,
wie du dich beim Comeback verrennst!
Damit du nicht den Gag verpennst,

pass auf, du alter Furz fatale:
in Rom gibt es bald noch ne Wahl!
Und du als alter Kardinal ...?

Das wär’ doch was! Dann wär’ste
Papst Berlusconi der Erste
... der Zölibat wär’ halt das Schwerste.

Doch Gesetze, Regeln? Liebes Kind,
als ob die für dich wichtig sind!
Mit dir weht da ein and’rer Wind!

Dann ist Schluss mit Abstinenz!
Dann wohnt in Petrus Residenz
nicht mehr „Ihre Impotenz“,

sondern Silvio der alte Hahn:
sechsundsiebzig, nymphoman.
Dann heißt es: Euer Vatikan!

15.02.2013 

Der Papst tritt zurück

Lieber guter Benedikt,
ob man Dich in Rente schickt
kann doch nur Dein Chef entscheiden!
Bist Du sicher, dass ihr beiden
das ausreichend besprochen habt?
Und wenn das zwischen Euch so klappt,
ich meine mit der Kommunikation
zwischen Dir, dem Vater, Geist und Sohn,
bist Du sicher - das klingt kleinlich -
aber: sind sich die drei einig?
Ich mein': na klar, sowas passiert,
aber ham sie's Dir auch konfirmiert?
Sicher steht man da beim Beten stramm,
doch wenn sie Dich zu Deinem Glück
nicht geschlagen und getreten ham,
warum trittst Du dann zurück!?

12.11.2012 

Der Struwwel-Steinbrück

Seht einmal, da steht er:
Peer der Vortragsredner!

Die Banken zahlen, Peer, der nimmt,
Hauptsache die Gage stimmt!
Denn ist bei ihm die Kasse leer,
wo kriegt er sonst was Bares her?

Natürlich hält er seine Reden
nicht einfach so für jeden.
Doch für den lieben Bankensektor
kommt er gern aus sei’m Versteck vor.

Schon heißt es: „Seht, Penunzen-Peer
ist schon reich, doch will noch mehr!“
Oh weh, Ihr Kinder! Peer wird gierig
und mit der Arbeit wird es schwierig.

Täglich reist er hin und her,
faselt was von Transparenz;
und sein Stuhl bleibt öd und leer
während er die Schule schwänzt!

Nur die Mutti lächelt sehr,
hat wieder ein paar Wähler mehr!

24.10.2012 

Zur OB Wahl in Stuttgart

Ich bin noch voll vom Slibowitz dun
und schwitz nun. Die Kids buhn:
„Wo bleibt denn nun der Witz, Thun,
zum Blitz-Ruhm von Fritz Kuhn?“

Okay, ich sitz nun und spitz nun
die Feder, zieh vom Leder. Jeder,
der ein Rad fährt oder Räder,
wie zum Beispiel Palmers Boris

(Klammer auf: der ist ein Tampon ... Quatsch OB
in Tübingen und ganz okay,
so ein Typ wie ich und du
halt ein Grüner. Klammer zu)

Also nochmal: jeder,
der ein Rad fährt oder Räder,
wie zum Beispiel Palmers Boris
kann nicht verhehlen, dass er froh is’!

Tja, der Werbefachmann staunt nicht wenig
King Kuhni-Kumpel wird jetzt König!
Zumindest wird er Bürgermeister
und Kuhn (nicht Kuhni-Kumpel) heißt er.

Nur Kohl und Kauder könn’ es kaum verdau’n,
wie können die, die Körner kau’n,
und sich an der Küste kühn
um das Grün der Dün’ bemüh’n,
die sich’n Ast wie Künast freu’n
wenn Kühe glücklich wiederkäu’n,

wie kann nur so ein Kindergärtner
ökologisch, links und erdnah,
genau so’n Kernkraftgegner-Freak
wie dieser Kretschmann-Katholik,

wie kann nur dieses Kuhn-Huhn nun
statt zu ruh’n und nichts zu tun
gegen unsre Turner-Riegen
an den Wahlkampfurnen siegen?

Tja, weil Turners Wahlversprechen wohl nix war’n
freut sich nun der Ku-Klux-Clan ... der Kuhn-Glücks-Klan!

15.10.2012 

Der Schallmauersprung

Der Felix (Nachnahm’ Baumgartner)
der hatte einen Traum - wart ma’ -
was war’s doch gleich? Ich glaube singen?
Ach, Quatsch! Nee, aus dem Weltall springen!
Genau gesagt der Stratosphäre,
weil das doch mal was Schönes wäre.

Ne Schnapsidee, doch er sprach: „och,
ich mach das mal und flieg da hoch“,
verkabelte die Drähte
und stieg in die Rakete.
Nee, warte mal, pardon,
er hatte einen Luftballon!

Den sollt' man auch als erstes loben:
der stieg vom Boden ganz nach oben.
Erst ein, zwei Meter und dann später
auf neununddreißig Kilometer
(senkrecht und nicht waagerecht),
ich gebe zu, das war nicht schlecht!

Dann sprach der Mann aus Österreich:
„so pass auf, ich spring jetzt gleich!“
Worauf verfolgend stur sein Ziel
er pausenlos nach unten fiel.
Er dachte noch im Schutzanzug:
„ganz schön schnell so’n Sturzanflug“
dann durchbrach nach kurzer Falldauer
er kurz nach acht die Schallmauer.

Und die Pointe? Tja, ich weiß keine!
Er zog ganz leis seine Reißleine;
der Schirm ging auf, er schwebte,
weshalb er weiter lebte.
Kurz vor zwölf war Zapfenstreich,
dann ging’s zurück nach Österreich.

28.08.2012 

Hintergründe zu Putins Pussy ... Riot Prozess:

Ja, was machen den die Punkerinnen
gar lustig in der Kirche drinnen?
Sie verderben – ihr dürft raten –
dem lupenreinen Demokraten
seine Oligarchenlaune.
Die Tes- und Tosteronposaune,
das Muskelprotz- und Russentier
röhrt: „Wladimir so ich auch dir!

Höchststrafe!“ brüllt Gulag-Putin.
Doch plötzlich, da verlässt der Mut ihn,
denn es sieht sein kahler, kranker Schädel
ein Bild der hübschen Punkermädel
und er denkt: „Mensch, Pussy Riot ...
ich bin doch keiner, der ne Tussi meidet!
Der Pussy-Tussi muss I’ Bussi geben!“
Und darum lässt der Russ’ sie leben!

Drum merke, lieber Dissident:
ob Patriarch, ob Präsident -
wenn Du ein hübsches Lächeln hast,
kommst Du nur kurz mal in den Knast!
So ist Alt-Herren-Chauvinismus
auch ein Grund für Optimismus.
Drum danket Eurem Ex-Spion,
lang lebe die Sowjetunion!

27.08.2012 

Don’t get confused meine German Freunde!

Neil Armstrong was the Mondbetreter,
Louis Armstrong the Trompeter
and die dritte Armstrong (Lance)
just lost the Tour de France.

Das heißt auf Deutsch soviel wie:

Lance war der mit Radlerhose,
Louis der mit der Trombose,
Neil der mit dem großen Schritt
und insgesamt war'n sie zu dritt.

Um welchen Armstrong ging es jetzt grad nochmal?

Beim Trompeten sah man Louis schwitzen,
vor der Etappe sah man Lance beim Spritzen,
dann ging er ab wie ne Rakete,
darin saß Neil um den sich's drehte!

Also nur noch mal zur Sicherheit:

Neil war der Apollo Typ,
Lance, der jetzt sein Fahrrad schiebt
und Louis war der größte Bläser.
Damit zurück an uns're Leser!

20.07.2012 

Die 10 Gebote der Beschneidung

1. Kann dein Sohn schon nuckeln und mümmeln,
sollst du dem Lümmel den Lümmel verstümmeln.

2. In Demut soll der Mann Schmerzen erleiden
und sich bescheiden den Schniepel beschneiden.

3. Verdammt sei der, der sich vorlaut vortraut,
wenn die Vorhut der Vorhaut vorlaut vorschaut.

4. Denn wenn Häutchen auch dem Gliede schmeicheln,
so soll’n sie freien Eicheln weicheln.

5. Ins Paradies kommt nur, wer ohne Spritze
seine Vorhaut von der Spitze schnitze.

6. Es waren und sind, die den Weg Gottes beschritten,
unbestritten im Schritte beschnitten.

7. Denn es galt gestern und nach wie vor heute,
dass man die Vorhäute auch heute noch häute.

8. So macht in Gottes Namen der Rabbi
wie einst bei Papi schnippischnappi.

9. Und auch der Prophet befiehlt in Allahs Namen
den Imamen Hautabnahmen ... Amen!

10. Denn Männer kommen nur in den Himmel
... ich denke langsam sollt’ es klar sein!

09.06.2012 

Niebels fliegender Teppich

Der Krieg fordert sein nächstes Opfer:
Dirk, der alte Teppichklopfer!
Sicher kann so’n Abgang holpern,
doch über einen Teppich stolpern?

Ein falscher Doktor war Karl-Theodor,
dann Norbert, der ne Wahl verlor;
das war’n auch Karrieren die misslangen,
doch wenigstens sind die gegangen!

Und unser Entwicklungshilfeminister?
Ganz stolz und etwas aufgeregt ist er!
Er hat das Ding zwar nicht verzollt,
doch dafür hat er’s aufgerollt!

Der spürt da nur ein leichtes Prickeln:
endlich kann er was entwickeln!
Da hofft man, wenn man das mitkriegt,
dass bald nicht nur der Teppich fliegt!

08.06.2012 

Schufa auf Facebook

Wer ins Kino geht, der kennt die Ufa,
wer zur Bank muss kennt die Schufa.

Jetzt, wie könnt’ man die beschreiben?
Da woll’n wir mal ganz sachlich bleiben:
im Grunde ist und war sie
so ’ne Art Finanzwelt-Stasi.

Denn will die Bank Informationen,
ob sich Kreditvergaben lohnen,
dann spioniert und sucht und schnüffelt sie,
den einen lobt, den andern rüffelt sie.

Oh, traue dem Idyll keiner!
Die durchwühlen selbst die Mülleimer!
Oder wie ich jetz’ merke:
die sozialen Netzwerke.

(Obwohl, ich sag es frei heraus,
das kommt im Grund’ auf’s Gleiche raus.)
Scheißegal ob Dich das stört!
Datenschutz? Noch nie gehört!

Einen blöden Witz gepostet,
kann sein, dass das die Zukunft kostet.
Ganz egal, wer drunter leidet,
die Schufa, die entscheidet

und da kotz ... Verzeihung ... würg’ ich:
bin ich des Kredites würdig?
Denn ‚würdig’ heißt genau genommen:
ohne Schufa ‚würdig’ ihn bekommen!

07.06.2012 

Atom U-Boote für Israel

Traraa! Yippie! Bummbumm! Juchhei!
Wir sind weltweit Nummer drei!
In unsern Adern fließt kein heißes Blut,
doch Rüstungsindustrie - da sind wir gut!

Erst Waffen bau’n, dann exportieren
und dann zwei Weltkriege verlieren!
Nee, ganz im Ernst jetzt, ohne Witze,
in Sachen Rüstung war’n wir immer Spitze:

Die Demonstranten in ihrem Loch
erschießt der Despot mit Heckler und Koch.
Im Sturzflug fällt der Euro weiter,
doch hoch da fliegt der Eurofighter!

Wir bau’n Mercedesse und Audis,
liefern Panzer an die Saudis,
VW baut seinen Golf in Masse,
und Howaldt baut die Dolphin-Klasse.

Ja, an der Mauer gab’s den Schießbefehl,
jetzt gibt’s halt U-Boote für Israel.
Scheiß auf Siedlungsbau mit Stahlbeton,
U-Boote sind Staatsraison!

Denn wie sagte Genscher schon diskret:
„Alles, was schwimmt, das geht!“
Ja, so’n U-Boot kann man gut gebrauchen,
will man im Wasser untertauchen.

Und ich denk’ mal Shimon Peres’ Lob
galt nicht allein dem Periskop.
Nein, die Orthodoxen zwirbeln ihre Zöpfe,
denn sie ham Atomsprengköpfe!

Und unter Wasser schwimmt man ungestörter,
mit Kernsprengkopf und Marschflugkörper.
Und falls Iran dem Netanjahu droht,
hat der jetzt ein Atom-U-Boot!

Nur der Deutsche an sich, der lächelt schon leis’,
denn nur so da fühlt er sich wohl wenn er weiß:
nach Krieg, Zerstörung und Tumult
kriegt garantiert auch er die Schuld!

20.12.2011 

Die Bürgschaft

Vor den Ausschuss des Landtages schlich,
der Wulff, im Büßergewande.
Da fragte die grässliche Bande:
„Von wem bekamst Du das Gelde, sprich!“
Entgegnet ihn’ Wulff: „vom Geerkens nich’!
Seine Frau gab’s mir zu Händen, den treuen,
es sollte das Haus mir von Schulden befreien.“

„Ich war,“ sprach Geerkens zum SPIEGEL, „bereit
und wollt’ den Kredit ihm schon geben,“
doch Wulff sprach: „warte mal eben!
Da wär’ nur noch eine Kleinigkeit.
Könnt’ nicht die Gattin, die Du gefreit,
statt Deiner für alles mir bürgen?
Sie mag die Presse, wenn’s rauskommt, erwürgen.“

Da lächelte Geerkens mit arger List
und musste nicht lang überlegen:
„500.000 will ich Dir geben.
Doch wisse! Wenn Präsident Du erst bist,
so kurz vor der Verjährungsfrist,
wird mich der SPIEGEL befragen.
Was genau soll ich da sagen?“

Da schallt es aus des Christians Munde:
„Sag einfach, die Frau war’s! Salut!“
Und heut’ sagt der Chef des Bellevue:
„Ich bin der Präsident hier im Bunde,
niemals war ich Herrn Geerkens Kunde!
Er gewährte mir Urlaub in seiner Hütte.
Der in Florida, das war der Dritte.“

Und Erstaunen ergreifet das Volk umher.
Der Präsident weist von sich jedwede
Schuld und schreibt eine Rede!
Das Fest der Liebe, das freut ihn gar sehr,
und Eltern rufen: „Kinder kommt her!
schaltet den Fernseher schon einmal an,
gleich spricht zu uns der Weihnachtsmann!“

16.12.2011 

England ist draußen

Neulich nach dem Gipfeltreffen
(iff war fo grad am Kipfel effen),
sah ich im Netz, man ahnt es schon
ein Bild von David Cameron.
Im Fernseh’n, in der Tagesschau,
kam auch noch eins. Und ja genau:
am nächsten Morgen dann im Tagblatt
(ich war vom Kipfel, den ich mag satt)
kam noch eins unter dem ganz streng stand:
„Alle einig! Außer England!“

Gut, dass die Briten sich blamieren,
das kennt man von WM-Turnieren.
Auch da sind sie meist außen vor,
doch das Cameronsche Eigentor
erinnerte mich an was and’res,
das vom Supermarkt bekannt is’!
Denn wie ich die Fotos von Cameron sah,
-die „Cameron Dias“- da wurde mir klar,
erstens: die Frau, die wie die Fotos heißt,
ist rattenscharf und er ist feist.

Zweitens: erinnern mich die David-Bilder
an diese kleinen, gelben Schilder,
die meistens vor ner Ladentür,
ob Supermarkt, ob Haute Couture,
ganz egal, die da so hängen
mit Hunden drauf und strengen
Sätzen, um’s ihn’n reinzureiben:
„Wir müssen leider draußen bleiben!“
Da freut man sich an Spree und Seine:
„Die Briten müssen an die Leine!“

Ja, die Engländer mit ihrem Pfund
sind im Prinzip ab heut’ der Hund,
der Supermarkt ist die EU
und woll’n ’se rein, ist leider zu.

12.12.2011 

Bonitäts-Stufen von Helge Hesse

Wie jedes Rating sinkt und sich verschlechtert
von Triple A auf Ramschniveau,
wächst jeder Rettungsschirm, den wer geblecht hat?
Der Steuerzahler! Stimmt, ach so!

Es muss das Geld stets froh und heiter
bereit zum Abschied sein, zur Inflation.
Und sinkt der Wert auch immer weiter,
die Neuverschuldung steigt dann schon.

Und jeder Wette wohnt Rendite inne,
die den Investmentbanker wärmt und nährt,
denn selbst Verluste bring’n Gewinne,
auch Leerverkäufe sind was wert.

Wir sollen heiter Fond um Fond abschreiben,
an keinem wie an einer Heimat hängen.
Dass wir auf Staatsanleihen sitzen bleiben,
dazu woll’n uns die Märkte drängen.

Sie woll’n uns Not’ um Note runterstufen,
die Standard, Poors und Fitchs und Moodys,
dass wir die Notenbank zu Hilfe rufen,
und zu ihr sagen: „komm’ zahl Du dies!“

Es werd’n vielleicht einmal die Eurobonds
uns bess’ren Noten neu entgegen senden.
Wohlan, nehmt dies, ihr Hedge und Fonds!
Des Geldes Ruf an uns wird niemals enden.

09.12.2011 

Briefbombe für Ackermann

Dass der Italo-Anarchist
jetzt nicht gerad’ der Hellste ist,
konnt’ ich schon immer gut versteh’n
(und auch an Berlusconi seh’n).

Und dass die Mafia-Macker dann
denken, Josef Ackermann
würd’ mal ne Abreibung verdien’n,
selbst das kann ich noch nachvollzieh’n.

Auch Bomben basteln hat als Hobby
sicher eine große Lobby
(unter Postbrief-Terroristen).
Aber ganz im Ernst: wer ist’n

so doof und schickt ein Sprengpaket
an jemand, der in Rente geht?

... na gut, es kann natürlich sein,
sie schickten es schon früher ein,
ham die ganze Zeit gelauert
und dann hat es so lang gedauert,

weil auf dem Weg von Stadt zu Stadt
die Deutsche Post getrödelt hat.
Jetzt wird mir klar: der Brief der war
die Weihnachtspost vom letzten Jahr!

30.11.2011 

Vorerst gescheitert

Mit dem Doktorhut, dem Bayreuther,
da wirkte er „vorerst gescheiter“.

War dann als politischer Außenseiter
in der CSU „vorerst nur Zweiter“.

Bei Opel als Prinzipienreiter,
da gab er „zuvor erst den Streiter“.

Danach als Verteidigungsleiter,
da hieß er schon „Oberst Gefreiter“.

Dann wurd’ ihm kräftig die Fresse verbreitert,
da hat die Wunde dann „vorerst geeitert“.

Inzwischen hat sich sein Bauch leicht erweitert,
drum wirkt er auch „vorerst verbreitert“.

Mit neuer Frisur da wirkt er zwar heiter,
doch ohne Brille auch „vorerst noch eitler“.

Sein Comeback, das „vorerst noch Zeit hat“,
ist bitte nicht nur „vorerst gescheitert“.

Denn mit dem Gedicht, das „vorerst erheitert“,
da komm’ ich auch „vorerst nicht weiter“.

20.11.2011 

Gedanken eines Bürokraten zum S21 Volksentscheid

So pass auf, wir machen’s einfach:
wenn ich jetzt zum Bahnhof ‚Nein’ sach,
dann mache ich mein Kreuz bei ‚Ja’!
Und umgekehrt, das ist ja klar,
mach’ ich für ‚Ja’ mein Kreuz bei ‚Nein’.
Das mag jetzt kompliziert erschein’n,
aber eig’ntlich ist es gut durchdacht!
Denn ganz egal was man nun sacht,
man stimmt halt für das Gegenteil.
Man sagt: „ja, ich bin dagegen, weil
‚Nein’ zu sagen hieß’ dafür zu sein,
und da wär’ ich dagegen, nein,
drum stimme ich mit ‚Ja’ dagegen,
um so mein ‚Nein’ auch zu belegen.“

Dagegen was gegen das ‚Dagegen’ zu sagen,
dagegen könn’ ja nur die Gegner was haben.
Also die Gegner der Gegner um genau zu sein.
Drum stimmen die dagegen mit ‚Nein’.
Das heißt in diesem Fall also dafür.
Dafür heißt ‚Dafür’ in dem Fall natür-
lich dagegen zu sein, also ein ‚Ja’.
Sprich, was das ‚Ja’ der Befürworter war
hat sich nun zum ‚Nein’ der Gegner gewandelt.
Und bei dem ‚Nein’ der Gegner da handelt
es sich beim Abstimm’n um’s ‚Ja’ auf dem Schein.
Also dem Stimmzettel um genau zu sein.

Das ist der Schein auf dem man für’s ‚Ja’
zum Bahnhof das ‚Nein’ ankreuzt. Also nochma’
zum Mitschreiben – jetzt nicht ablenken -
für alle Dummen, die immer noch denken:
„Anscheinend scheint da das ‚Ja’ auf dem Schein
nur scheinbar ein ‚Ja’ und kein ‚Nein’ zu sein!“

Klar! Man kann auch mal was falsch versteh’n!
Zum Beispiel ‚Bahnhof’, aber da geh’n
die Meinungen halt auseinander.
Und so ein Volksentscheid der kann da
Klarheit schaffen in dem Zwist,
wenn er klar verständlich ist.

Als ob wir hier bescheuert wär’n!
Man muss das halt nur gut erklär’n ...

16.11.2011 

Verfassungsschutz

Der Verfassungsschutz ist da und schützt,
was unserer Verfassung nützt.
Er schützt mich und Dich und was denkst Du?
Die NPD und NSU!

Unterwandert sie mit Informanten
und lässt sich dann mit stadtbekannten
strammen Nazis unter ander’m
selbst zum Ausgleich unterwandern.

Und fragst Du Dich beim Dönermord:
„wie kann das sein, dass da vor Ort
immer einer kontrolliert,
dass den Tätern nichts passiert?“

Dann sagt der schlappste der Schlapphüte:
„Ich lach mich schlapp, Du meine Güte!
Jetzt seh’ ich erst, Du liebe Zeit,
dass wir hier - das tut mir leid -

so wie wir soll’n die Verfassung schützen,
gesetzestreu und streng und fleißig,
doch aus Verseh’n die falsche benützen.
Die hier ist von dreiunddreißig!“

Ja, so kann’s mit unser’n Rechten geh’n,
wenn Rechte nach dem Rechten seh’n.

01.11.2011 

Die Linke will alle Drogen legalisieren

Zwar sagte schon damals die WASG:
„Also, Kiffen finden wir echt ganz okay!“

Doch führte sie erst bis zum Exzess
das Joint Venture mit der PDS.

Ja, es wollt’ den ganzen Spritzen-Kram
Cannabis Die Linke kam!

Denn Junkies, die vertragen schlecht,
den Shit von Sarah Wagenknecht.

„Gesine Lötzsch sucht Drogentee“
heißt kurz: Gesine LSD!

Währ’nd Du das Besteck anwärmst,
sagt Klaus der Crack: „Du kokst so Ernst.“

Dealer Gregor macht Dich high wie nie,
mit Easy Gysi Ecstasy!

Er isst gern Magic Mushroom Pizza
und auf Speed spricht er noch Fixer:

„Gelb-Blau und Liberal ist Käse,
ich bin ein Roter Libanese!“

Old-Opium-Oskar Lafontaine
singt seinen Lieblingssong „Cocaine“.

Selbst Lothar stimmt ins Lied mit ein
und lallt: „Ein Bisky Gras muss sein!“

Dann setzt er sich den Gold’nen Schuss
... und Schluss!

25.10.2011 

Gaddafi im Kühlhaus

Steckst Du mal im Abflussrohr,
bereit’ Dich auf Dein’ Abschuss vor.
Der Handyfilm wird zwar verwackelt,
doch sonst wird da nicht lang gefackelt
und schon liegst Du im Einkaufszentrum
im leeren Kühlhaus als Event rum.

In Deinem Kopf ne leicht verirrte
Kugel, die durch Sirte sirrte.
Neben Dir Dein ganz misrat’ner
Sohnmann und ganz Misrata
läuft an Euch vorbei, macht gaffi, gaffi:
„Guck mal hier, da liegt Gaddafi!“

Und aus dem Lautsprecher im Eck
sagt eine Stimme, ich verreck
(ganz im Ernst, da lieg ich schier flach):
„Nur heute im Gefrierfach:
Das Tiefkühl-Sonderangebot!
Sohn mit Diktator, beide tot!
Noch ganz frisch, nicht eingesargt!“
So schallt es durch den Supermarkt.

Und statt der Totenglocke Gong
erschallt dann noch der Werbesong:
„Ist das Abflussrohr verstopft,
na was ist denn schon dabei?
Nimm eine Kugel Blei
und schieß den Abfluss frei!“

11.04.2011 

Birkenpollen-Asthma

Vor ihm der Wald, ein Birkenmeer,
und schon atmet Helge schwer.
Weil Pollen durch die Lüfte fleuchen,
hört man ihn im Frühling keuchen.
Und will er mal vor Lachen prusten,
hört man Helge häufig husten.
Er klagte oft, dass er an Asthma litt.
Der Frühling drauf: „das hast’ ma’ mit!“

20.02.2011 

Die Ballade von und zum Guttenberg

Es nahet mit federndem Schritte,
die Haare sorgsam gebügelt,
der Held und tritt in die Mitte
derer, die ihn geprügelt.

Versichert mit standfestem Blick
wie fremd ihm die Mongolei ... wie fremd ihm die Mogelei
und spricht erleichtert: „zum Glück
sind die Gedanken ja frei!“

Wie qualvoll doch der Jahre sieben
des Schreibens und des Mühens war’n,
hätt’ er grade erst von seinen lieben
Ghostwritern erfahr’n.

Und eisern spricht der Tiefbetagte,
dass er nicht fest am Titel hält.
So wird der Plagiat-Geplagte
zum titellosen Titelheld.

Doch seines Doktorhuts beraubt,
spricht der Held: „hört zu! Ihr irrt,
wenn ihr naiv und redlich glaubt,
dass nun mein Name kürzer wird.“

28.01.2011 

Dreimal Bundeswehr

Wenn Dein Freund mit der Pistole spielt,
dabei in Deine Richtung zielt,
wenn die Ausrüstung nur Rost hält
und aus der Feldpost Post fällt,
sich den Weg zu Dir der Tali bahnt
und man den Minister warnt
er soll Datenschutz gewähr’n
und Soldaten Schutz gewähr’n,
wenn Du Dein Leben mal verkürzt
und aus der Takelage stürzt,
denn es heißt statt „we will rock you“
auf dem Schiff halt nur „Gorch Fock you“,
dann bedauern wir’s im Grunde sehr,
doch willkommen in der Bundeswehr!

16.01.2011 

Der Juchtenkäfer

Aus der Show "Reim gewinnt!" hier das Gedicht vom Juchtenkäfer. Frei nach "Die Made" von Heinz Erhardt und aus der Spielrunde zu Stuttgart 21:

Hinter eines Baumes Borke
wohnt der Käfer und find’ts knorke,
dass er die Käferin als deren Mann
befruchten und bejuchten kann.

Doch wie sie in der Borke Schluchten
so juchzen, johl’n und juchten,
da zittert und erbebt der Baum
mit Käfern und mit Käferfrau’n

und lehnt sich plötzlich in die Schräge
aufgrund des Försters Kettensäge.
Die Käferin sagt: „schau mal nach,
sonst wird das Käferkind noch wach.“

Da stürmt zu helfen seinem Kinde
der Käfer durch des Baumes Rinde
nach draußen und er glaubt es kaum:
der Förster sägt an seinem Baum!

Doch als er sich beschweren will
sagt dieser nur: „April, April!“
und sprüht ihn voll mit Pfefferspray,
das find’t der Käfer nicht okay.

„Na warte nur, Dir mach ich Beine,
ich wohn hier schließlich nicht alleine!“
So ruft er und ermannt sich:
„wir sind zu einundzwanzig!“

Der Förster merkt: der Ton wird schärfer
und holt darauf den Wasserwerfer,
schießt den Käfer damit blind,
der Baum fällt um, es stirbt das Kind.

Und darum: Liebe Al Kaida,
kann es sein, Ihr braucht ma’ wieder
nen Märtyrer und sucht’n Schläfer?
Dann fragt doch mal den Juchtenkäfer!

10.01.2011 

Warum Wutbürger?

Hier das offizielle Gedicht zum Wort des Jahres 2010, das da lautet "Wutbürger". Mit einem ganz ausgefuchsten Reimschema :-) Viel Spaß beim Lesen!

Der Castor rollt, der Volkszorn grollt,
Frau Merkel schaut als ob sie schmollt.

Das Volk frustriert, es protestiert,
in Mappus’ Welt wird durchregiert.

Fluglärm stört, Berlin empört
und Wowereit der’s überhört.

Die Griechen blank, der Euro krank,
Milliarden für fast jede Bank.

Die Welt geschockt, das Geld verzockt,
gerettet wird nur, wer’s verbockt!

Die Aktie fällt, was kost’ die Welt?
Die Deppen zahl’n ja Steuergeld!

Hartz IV erhöht! 5 Euro, tröt!
Und von der Leyen grinst noch blöd!

Umsonst gewählt, der Ärger schwelt,
Guttenberg hat’s Haar gegelt.

Der Staat verschwieg’s, doch WikiLeaks
beschuldigt man des Cyberkriegs.

Es kocht das Blut, es staut die Wut,
Schluss mit lieb und Eisbär Knut!

Der Mopp ist los, die Wut ist groß,
da fragt man sich: was ham die bloß?

18.12.2010 

Kerner in Kundus

Hier mein aktuelles Gedicht zur Talkshow mit Johannes B. Kerner und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in Afghanistan:

Terror gegen Taliban:
Kerner in Afghanistan!

Genial!! - Mit Psychotricks den Krieg beenden,
indem wir einfach Talkshows senden!

Mit Gästen, die vor Dummheit strotzen,
da stirbt der Feind, geschwächt vom kotzen.

Was Bin Laden kann, das könn’ wir auch:
die quälen wir mit Günter Jauch!

Frank Plasberg muss zur Bundeswehr!
Den Krieg gewinn’ wir hart aber fair.

Maybrit Illner, Anne Will?
Da sind die Taliban mal ganz schnell still.

Wir erschlagen sie mit Penetranz
und kochen sie mit Markus Lanz.

In Kabul ist jetzt Schluss mit nett,
jetzt kommt das Philosophische Quartett:

Was für Verbrecher im Krimi Schimanski
sind für Kundus Slotterdyk und Safranski!

Und wenn das nicht reicht, kommt mit Gepolter
der Rest der Flachfurz-Fernseh-Folter:

Märtyrer, schaufelt Euer Grab!
Hier komm’ Oli Pocher und Stefan Raab!

Wir schicken keine Friedensvermittler,
wir räumen da auf mit Tine Wittler!

Erst schicken wir den Kachelmann,
dann kommt der Todesstachel dran:

Wir geben ihn’n, kurz vorm Erholen,
den Rest mit Dieter Bohlen ...

... und prügeln sie zum Schluss grünblau
mit 20 Folgen Bauer sucht Frau!

11.12.2010 

Wikileaks

"Oh Guido, was birgst Du so bang Dein Gesicht?"
"Liest, Angie, Du denn Wikileaks nicht?
Da stehen ganz furchtbare Dinge drin,
z.B. dass ich kein Genscher bin!"

"Ach was," spricht Bratpfanne Merkel da knapp,
"das ist doch wie Wasser. Das perlt an mir ab!"
"Kein Wunder," antwortet Guido und dichtet:
"Du bist ja schließlich auch Teflonbeschichtet!"

28.04.2010 

Frühling "Er ist's" frei nach Mörike

Frühling lässt die Birkenpollen
wieder flattern durch die Lüfte!
Drum schwillt es nicht in Lend’ und Hüfte,
Nas’ und Augen sind geschwollen!

Das Auge juckt, die Nase niest.
Statt dass ich mit Nadine anbandel
und bei mir der Spargel sprießt,
wart' ich auf den Klimawandel.

10.03.2010 

Griechenland ist pleite

Ein Gedicht mit: Athen, Hellas, Kreta, Sparta, Troja, Rhodos, Lesbos, Hades, Aristoteles, Sokrates, Sophokles, Sissiphos, Aischylos, Platon, Orest, Griechenland, griechisch, Gyros und Ouzo

Hat der Finanzmarkt keine Schranken,
dann Kreta was ins Wanken!

Der Grieche, heißt es, hat gelogen,
der Rhodos doch betrogen!

Erst hat er noch froh gebrüllt:
„Wir ham Sokrates Soll erfüllt!“

Doch dann ne Pleite wie in Irlands Norden!
Ja, daSyssiphos geworden!

Kein Geld! Egal ob Schecks, ob bar -
Das ist doch Aristoteles Chaos da!

Seitdem ruft die ganze Welt:
„Der Euro ist kein Hades Geld!

Bilanzfälschung! Athen Trick kenn ich!
Das zahlt Ihr zurück auf Hellas und Pfennig!“

Ja, der Währungshüter sprach knallhart:
„Ich Griechenland kaputt gespart.“

Doch der Grieche sagt zum Sparpaket:
„Ich be-Troja nicht gern die Stabilität!“

Doch wo griechisch jetzt Kredite her?
Ja, Sparta etwa keiner mehr?

Ich denk das Gyros Konto ist da Ouzo!
Doch fragst Du ihn: ja, wie sparst Du so?

Sagt der Grieche – ist ja klar:
„Orest-Geld ist nicht mehr viel da!“

Dann hält er Dir noch frech entgegen:
„Sophokles Du denn Dein Geld anlegen?

Ich leg es nur, soweit ich kann,
in Silber, Gold und Platon an.

Dann ist es sicher und zwar alLesbos,
weil ich’s in den Tresor Aischylos.“

15.02.2010 

Winterspiele

So mal aufgepasst! Attention!
Ich find’s schon schlimm, wenn Menschen
zum überhöhten Preis Kunst kaufen
Aber was soll bitte Eiskunstlaufen?
Pirouetten drehen, Schlittschuhtanzen?
Ich geb’ es zu, ich kann dem ganzen

Wintersport nichts abgewinnen -
egal ob draußen oder drinnen!
Ich denke nur beim Eisschnelllauf:
„hoff’ntlich hört der Scheiß schnell auf!“
Eisstockschießen! Curling!
So spannend, wie ’n Pfund Sterling,

oder: ob die Frau’n beim Biathlon
vom Schießen heil wiederkomm’!
Ich weiß auch nicht, aber Winterspiele!?
Sicher steh’n dahinter viele
für die das „Eishockey!“ ist, aber
- mal abgeseh’n vom Kommentargelaber:

ob Calgary ob Albertville,
Salt Lake City oder Lil
... lehammer! Sarajevo!
(Da wusst’ doch auch gar keiner eh, wo
das nun wieder liegt.) Oder Lake Placid!
Turin, Nagano – komm, vergess’ it!

Stets war Ein’s besonders hart,
auch in Vancouver jetzt grad:
immer schon der größte Flop war’n
die Trikots beim Bobfahr’n.
Drum sieht man auch kein Model modeln
in Anzügen vom Roddeln ... äh, Rodeln.

Wer hinten sitzt im Viererbob
hat eh schon den Verliererjob,
aber dann auch noch in dem Trikot?
Kein Wunder, dass ich das Niveau
von Mode in der Eisrinne
mal so gesagt: ’n Scheiß finne!

Apropos die Finnen:
die sind ja meistens am gewinnen.
Auch Dänen, Norweger und Schweden.
Du kannst aus Skandinavien jeden
nehmen, denn man ahnt es ja auch schon:
das ist die Nordische Kombi-Nation.

Doch Ski Alpin und Super G !?
Wer findet denn das super wie
die auf verschneite Berge klettern
und mit Brettern runter brettern?
Ob das mal jemand abklärt,
warum man darauf abfährt?

Snowboard, Halfpipe, Trickski?
All die „trendy sports“ - ich fick sie ... blick sie!
Aber wie dämlich ist denn Langlauf?
Das ist doch wie ein langer Anlauf
ohne jemals abzuspringen.
Die sind da nicht von abzubringen!

Riesenslalom! Zwergenweitwurf!
Statt dass ich die Berge breit kurv’
und mit meinem Knie schlinger’,
lob ich mir die Skispringer!
Die geh’n wenigstens auf’s Ganze:
wer nicht springt hat keine Schanze!

Wintersportler sind doch Kranke!
Noch ein Olympischer Gedanke
zum Abschluss: so wie ich Nordlicht
vergiss auch Du das Sprichwort nicht:
Der Buckelwal der fluchte „Miste!“
als man auf seinen Buckelpiste.

14.02.2010 

Der Zappelguido

„Guido“, sprach die Frau Mama,
„ich geh aus und du bleibst da.
Sei hübsch ordentlich und fromm,
bis nach Haus ich wieder komm.
Und vor allem, Guido, hör!
Rede nicht mehr vom Hartz IV!“

Doch ob der Guido heute still
seinen Mund wohl halten will?
Seht, schon fängt er an zu schrein:
„ich halte meinen Mund nicht, nein!
Ich halte meinen Mund jetzt nicht,
Nein, meinen Mund, den halt ich nicht!“

Und sagt, was nicht mal Helmut Kohl fand:
„Wer Hartz IV kriegt, lebt im Wohlstand!
Pfui, pfui! Ihr dekadentes Pack!
An die Arbeit, bis zur Rente, zack!
Wir sind doch nicht im späten Rom!
Leistung muss sich wieder lohn’n!

Von wegen, was ich rede is’ Stuss!
Das ist doch geist’ger Sozialismus!“
Doch da spricht Mutter Westerwelle:
„Wir sind hier nicht im Western, gelle!?
Hör auf hier so ein’ Scheiß zu leiern,
sonst hole ich den Horst aus Bayern.

Und der schneidet klipp und klapp
dir mit der Scher’ den Guido ab.“
Seht! Die Angst erfasst das Kind
und er fliegt davon geschwind.

Spielt wieder, er sei Außenminister.
Fliegt um die Welt so schnell und weit.
Doch wen stört das? Draußen ist er.
Und niemand hört ihn, wenn er schreit!

Nur die Mutter blicket stumm
auf dem Kabinettstisch rum!

13.02.2010 

Schweizer Steuer CD

Bisher lag der Reiz der Schweiz - im Geiz.
Den konnt’ dort jeder ausleben,
wollt’ er sein Geld nicht ausgeben.
Besonders die, die sehr viel haben
und knickrig sind, z.B. Schwaben,
wussten: soll der Staat nix kriegen –
in der Schweiz ist man verschwiegen!

Doch auch der Schweizer lernte dann,
dass man gut kopieren kann
mit ner CD und nem Computer.
Sagt man dem er soll, dann tut er
... sie beschreiben mit den Daten.
Dann muss der Schweizer nur noch warten
bis das Finanzamt, sprich Herr Schäuble,
sagt: „so ’n süßes Sahnehäuble,
für schlappe zweieinhalb? Ich kauf!
Ach was, legal, da scheiß ich drauf!“

Nun hört man, wie sich Schweizer schnäuzen,
und reiche Arschgeigen, die seufzen:
„Unsre schöne Steuerflucht-Oase
... das war’se!“

25.12.2009 

Comeback Schumi

Der Schnee der rieselt still derweil
sitzt Schumi schon im Silberpfeil!
„Die Formel 1 wird aufgemischt
bevor mein Feuer ganz erlischt“,
spricht der schnelle, alte Mann da.
Dann fährt und huscht und zischt er schnell
und bringt den Rennsport durcheinander
... drum heißt er ja auch Mischael!

17.12.2009 

Herr zu Guttenberg:

Was seh ich da in meinem Fundus?
Ein Gedicht-Bericht aus Kundus!
Jawohl Herr Selbstverteidigungsminister,
den ham wir übersehen, doch da ist er.
Grad als wir aus dem Schneider war’n
sagt nun wohl doch der Schneiderhan,
Sie verhielten sich da peinlich
und zu aller Oberst Klein-lich!

Sie würden da schon krank fast lügen,
denn die Sache mit den Tanklastzügen
- den beiden Brummis da im Flussbett -
also ... gut war der Beschuss net!
Damit wollten nur die Taliban
in die Ferien nach Bali fahr’n
und mit zweiundsiebzig schlanken
Jungfraun Kraft durch Freude tanken.

Da ham wir, wenn der Sturm auch brandet,
per Luftschlag echt nen Hit gelandet!
Fröhlich schallt es durch die CDU
und der Hindukusch hört zu:
„Der Theodor, der Theodor,
der schießt bei uns das Eigentor,
wer im Sand auch steckt, wie der Fluss auch fließt,
der Theodor der schießt!“

16.12.2009 

Der große Wurf

Geht Dir jemand auf die Nerven
und Du bist gut im Sachen werfen,
dann fahr doch nach Italien,
kauf Dom-Devotionalien
aus Mailand, da so’n Souvenir,
na jedenfalls besorg es Dir
und such Dir einen resoluten
Herrn - noch ohne Nasenbluten,
der Ärger hat mit seiner Frau,
halt so’n schmierig-eitlen Pfau!
Und ist der dann noch alt und klein –
hau rein!

15.12.2009 

Struwwel-Lehmann

Seht, da steht der Jens im Tor
und kommt uns heut recht garstig vor!
Dem Stürmer tritt in voller Ruh
der Jens mit seinem Stollenschuh
auf den Fuß, das schmerzt gar sehr!
Bauz! Da kommt der Schiedsrichter.
Der droht dem Wüterich: „Na, warte!“
Und zeigt, o weh, die rote Karte!

Seht, da kommt Jens wutentbrannt
aus dem Stadion gerannt
und klaut dem Fan, o weh, o Schreck,
die Brill’ von seiner Nase weg!
Hui, dann fliegt Jens hoch und weit
mit dem Flugzeug und er schreit:
„Vierzigtausend? Scheißverein!
Ich zahle keine Strafe, nein!

Ich zahle meine Strafe nicht!
Nein, meine Strafe zahl ich nicht!“
„Jens“, spricht da der Trainer streng,
„sei hübsch brav, sonst wird es eng
und der VfB schaut stumm,
sich nach ’nem neuen Torwart um."
Sein letztes Jahr, heißt es drum heute,
wird die große Lehmann Pleite!

05.12.2009 

Gewinner-Gedichte!

Heute morgen bin ich beim Freiwilligentag im LTT aufgetreten. 400 Jugendliche, die gerade ein freiwilliges soziales Jahr machen, haben in der Pause kurze Weihnachtsgedichte geschrieben. Hier die drei Gewinner:

3. Platz (Fiona Wunderlich und Anne Johner):

Santa Claus kommt bald in unser Haus,
drum ziehn wir brav die Socken aus!
Leider hat er nichts reingemacht -
Mist! - waschen wär' mal angebracht!

2. Platz (Jenni Müller, Franzi Windhorst, Selina Hölzel und Kerstin Betz):

Wer reitet so spät durch Schnee und Eis?
Es ist der Weinachtsmann, der alte Greis!
Er hält die Geschenke fest unterm Arm,
die Schokolade ist sicher, doch leider auch warm!

1. Platz (Jens Lorch und Moritz Ott):

Liegt Schnee uff am Glender,
no ischs Wender!
Liegts Glender im Schnee,
no ischs hee!

11.11.2009 

Schüttelreim

Zur Leiche im Toyota,
sprach der Rapper cool: "Yo Toter!"

10.11.2009 

In Großbritannien ...

... steigt Anfang August, wenn junge Mediziner ihren ersten Dienst antreten, in den Kliniken die Todesrate um 6%.

Wer im Sommer muss ins Krankenhaus,
kommt wahrscheinlich nicht mehr raus.

Ist der Arzt Berufsanfänger,
lebst Du nicht mehr länger.

Ist der Arzt noch jung und neu –
toi toi toi!

20.10.2009 

Zur Insolvenz von Quelle

Da setzt gleich mein Verstand aus,
nun trifft auch das Versandhaus
was man von Märklin oder Schiesser kennt:
Konkursgepleitet! Insolvent!

Ein Katalog, der dreißig Kilo wiegt,
doch der Geldfluss ist versiegt!
Da steh’n sie nun bei Arcandor,
und sind so blank wie nie zuvor.

Denn eins ist klar: so eine Quelle,
und das leuchtet auf die Schnelle
selbst mir ganz klar und schlüssig ein,
sollte lieber flüssig sein!

Tja, da haben sie wohl bis zuletzt
das Geld in den Versand gesetzt!

05.05.2009 

Schweinegrippe:

1. Wer von der Grippe sich berappt,
kann sagen er hat Schwein gehabt.
2. Ohne Tamiflu und Gegenspritze
reißt der Patient versaute Witze.
3. Krankenhaus mit Grippebefall
abgekürzt heißt Schweinestall!
4. Der Grippepatient am Schweinetrog
hört am liebsten Keiler Minogue.
5. Ein Schwein ist leicht zu transportieren,
es läuft ja jetzt auf allen Viren.
6. Erst waren nur die Banker blank,
jetzt sind alle (!) Schweine krank.

Und knapp daneben:

7. Frisst der Tiger Schweinerippe,
bleibt zurück ein Schweingerippe.

24.02.2009 

Liebe Trauergemeinde,

wir stehen hier am Grab ... von SAAB!
Wir trauern nach dem feigen Mord,
in Uniform’n aus hellem Cord.
Studienräte, Architekten,
Zahnärzte im halb verdeckten
Cabrio, dazu Juristen -
die Einheitsindividualisten -
und wollen, Herr, mit Deinem Segen
den alten Schweden tiefer legen.

So viele sanken in die Särg hin!
Gleich nebenan liegt Märklin.
Weil die Finanzen am entgleisen warn,
wurd’s auch höchste Eisenbahn.
Auch Schaeffler starb mit großen Qualen,
die Schulden Conti Frau nicht zahlen.
Und war’s in jener Gruft oder in dieser?
Da liegt das letzte Hemd von Schiesser.
Drei Gräber weiter ruhen, wie ich seh,
demnächst VW und BMW.
Dort heben sie schon, ich erkenn’s,
das Grab aus für Mercedes Benz.

Ja, Verschiedene sind hier verschieden,
nun ruhn sie gemeinsam einsam in Frieden.
Drum lasst uns alle Abschied nehm’,
wir werd’n uns ja noch öfter sehn.

In Domine Patris, et Filii,
et Opel Insignia, Amen

22.02.2009 

Abschiedsbrief M. Glos:

Lieber Horst, hier Michael!
Ich weiß, dass ich Dir sicher fehl,
doch im Hals den fetten Glos,
bist Du hiermit endlich los!
Ich wünsch Dir unbeirrt Kraft
und geh jetzt in die Wirtschaft
... einen trinken – kleiner Scherz!
Was hältst Du denn von Friedrich Merz?
Noch’n Brüller, gib es zu!
Alles Gute an die CSU,
feiert schön und nicht zu wild.
Viele Grüße von der BILD,
die ich Dir wie versprochen sende.
Ansonsten Schönes Wochenende!

03.02.2009 

Bespitzelungsaffären:

Sehnst Du Dich nach der DDR,
denn keiner überwacht Dich mehr?
Du denkst, daß Schäuble schon was kann,
doch an Mielke kommt der Mann nicht ran?
Ist Dir das Leben also quasi
zu frei und sorglos ohne Stasi?
Dann such Dir einen Job im Westen,
hier findest Du ein paar der besten
Firmen, die es Stasimäßig bringen,
da kann ich Dir ein Lidl von singen!

Geh ans Telefon und wähle vom
Angebot der Telekom.
Die haben zwar kein’ Dobermann,
aber René Obermann.
Doch das beste Angebot
kriegst Du woanders angedroht:
mit Paranoia und Verfolgungswahn
inklusive - bei der Bahn!
Denn da trifft Dich der Jähzorn
von Hartmut „Mielke“ Mehdorn.

Wer je erfuhr den Nervenkitzel,
ist der Meinung: das war Spitzel!

25.01.2009 

VfB Gedicht als Text:

Ja ich steh hier am Spielfeldrand
und so wie ich das Spiel verstand,
hat Stuttgart wohl nach Toren
- ich sag mal so – verloren.
Ich sammel hier jetzt Kommentare,
doch leider sind die Mangelware.

Alexander sagte nur: „was soll’s?“
Trotz allem sei er etwas Stolz.
Sven sagte schon vorher gleich,
dass ihm ein Null zu Ulreich.
Jan hatte keinen blassen Simak,
warum da nicht mehr drin lag.
Und wie früher von Ernst Happel
gab’s vom Trainer nur (Ge)Babbel.

Weil Serdar Serdar(unter) litt,
rief er nur: „Tasci...bts doch nitt!“
Martin viel das Sprechen schwer:
„So schlecht warn wir schon Lanig mehr.“
Darauf Sebastian: „geh nach Haus
und Rudy erst mal richtig aus!“

Georges sagte: „trotz des Balles,
Mandjeck...ke als Spieler auch nicht alles!“
Ludovic konnt’s kaum ertragen,
ich denk, das kann ... Magnin ... mal sagen.
Und Danijel der sagte auch nur „Mist!“
Ljuboja alles verloren ist ... (nun wo ja ...)

Marco hörte nur von allen:
„Na, Pischhorn(lich) hingefallen?“
Timo sagte wie so viele,
es Gebhart(e) Fouls wenn er spiele.
Yildiray sprach: „Da ham welsche
falsch gespielt, dass ich fast würg.
Was wär’, wenn ich nen Torschuss fälsche?
Nen Doppel- oder Quer-Bas ... türk!?“
Nur Daniel jubelte beim Unterschreiben:
„Die nächste Saison, Didavi noch bleiben!“

Weil die Gegner viel zu (schn)Elson
und mir selber net so (h)Elson,
sagte Julian nur: „mein Lieber,
da brauch ich meinen Rechen-Schieber!“
Roberto sprach: „um Hilbert(s) Willen,
ich glaub, die andern nehmen Pillen!“
Worauf Matthieu nur sagte: „tut mir leid,
da packt mich nur Delpierre Neid!“

Auch Thomas sagte, dass vor Wut er brennt,
wie in der Hitzlsperger-ment.
Martin sagte nur: das Spiel war Lang.
Darauf Sami: „was Khedira’s an?
Ciprian hat übers Tor gezielt
und wie Marica Röck gespielt!“
Mario wies ihn zurecht:
„Gomez war gar nicht so schlecht.“
Darauf Christian: „ so’n Gewäsch!
Das Spiel war Müll! Auf Englisch Träsch!“

Khalid der sagte: „das war fies!“
und sprach als er die Tränen wusch:
„Ich fahr jetzt erst mal nach Paris
ins Lido oder Boulahrouz!“
Arthur sagte aus Protest:
„Ich wandre aus nach Boka-rest!“
Und welche Stadt sei ihm denn recht?
Darauf Ricardo: „O,so rio wär nicht schlecht!“

Ansonsten hatte Jens Lehmann den Haaren
und ist wie der Rest nach Hause gefahren,
denn wie hieß es doch grad so schön beim Vfb?
Armin Ade, scheiden tut Veh!
Apropos Christopher Street Day:
Warum der Präsident sich so was traut?
Weil sich da wohl was bei Erwin Staudt!

Tja, gibt’s da noch was zu hoffen? Nein!
Wir wollen da ganz offen sein,
Meister wird wohl Hoffen ... tlich nicht wieder München!
Ich gebe zurück und sage Ciau
und trinke erst mal nen Cacau!

18.07.2008 

Zeppelin in L.-E.

Vor 100 Jahren, am 5. August 1908 landete Ferdinand Graf von Zeppelin wegen eines Motorschadens mit seinem Luftschiff auf einer Wiese bei Echterdingen. Kurz darauf ging der LZ4 in Flammen auf - hier die wahren Gründe:

Schon vor dem Start in Friedrichshafen
konnt’ Ferdinand nicht friedlich schlafen.
Er fragte sich: „Oh je, oh je,
ob ich noch mal den Bodensee?“

Doch nach ’nem Gläschen roten Tee,
da gings ihm bis Leinfelden gut,
doch dann erlosch sein Heldenmut.
Als den Schaden sie am Motor fanden,
sprach der Graf: „Lasst uns mal landen!
Egal ob’s stürmt, ob’s stäubt, ob’s bliese
- am besten wär’ ne Streuobstwiese!“


Ich weiß jetzt nicht genau mehr, wer die fand
- wahrscheinlich war’s Graf Ferdinand
höchst selbst, der Herr von Zeppelin
(da lockten wohl die Äppel ihn).
Denn als er noch vom Luftschiff
den ersten aus der Luft griff,
sprach er am Tag von Echterdingen:
„Man lasse mir den Pächter bringen.
Egal was mich die Sache koscht,
ich brauch erst mal nen Apfelmoscht!“


Ach hätt’ er doch trotz Sturm und Brandung
abgesehen von der Landung!
Jedoch er tut ’s und hat das doofe
Pech der Katastrophe!
Kaum dass er ’s auf den Boden setzt,
wird das Luftschiff schon zerfetzt.
Mein Gott, wie hat das ausgesehen!
Tja, er landete wohl aus Versehen
- auch wenn’s mir vor dem Witz graut -
direkt auf einem Spitzkraut!

30.06.2008 

So war's Finale:

Ja, ich steh hier am Spielfeldrand
und so wie ich das Spiel verstand
haben wir nach Toren
- ich sag mal so - verloren.
Ich sammle hier jetzt Kommentare,
doch leider sind die Mangelware.

Marcell der sagte nur: „So’n blödes Spiel!“
Im großen Jansen aber sonst nicht viel.
Dann wollte ich zu Torsten gehen,
doch der war Fringsum nicht zu sehen.
Per interessierte – was ich den Clou fand -
Mertesackers schlechter Zustand.
Und da für ihn ganz klar der Fall lag,
meinte Michael, dass es am Ballack!

Robert ging und sprach: „Ich schenke,
das ging auf die GelEnke!“
René sprach nur frustriert beim Radler:
„Eine Schwalbe macht noch keinen Adler!“
Worauf Heiko Richtung Schiri keifte:
„Ich weiß gar nicht, Wes ter mann da pfeifft, ey!
Der Simon stand doch wie’n begossner Pudel
im Angesicht des Rolfes Wudel ... Wolfes Rudel!“

Auch Thomas meinte, dass vor Wut er brennt,
wie in der Hitzlspergerment.
Den Schiri werde er entleiben!
Arne sprach: „Immer schön Friedrich bleiben!“
Darauf Bastian: „Du Blödes Schwein,
steiger
Dich da nicht so rein!“
Dazu Christoph, der in Hetze war:
„Das war ein einziges GeMetzelder!“

Doch ein’ Moment noch kurz, bevor
ich jetzt bei Tim noch einmal nachBor-
owski
andern Spieler noch kommen,
habe ich grad was vom Trainer vernommen:
Herr Löw sprach wörtlich: „Das tut weh,
ich brauch jetzt meinen Jogi Tee!“
Hansi sprach im Hickhack:
"Ich mach heut keinen Flick-Flack!"

Ansonsten hatte Jens Lehm ann den Haaren
Kevin ist zur Kur anyi Nordsee gefahren.
David ging sofort zur Tür
und sprach: „Odonkor, da nich’ für.“
Und Lukas antwortet im Sommer nie,
doch fährt im Winter auf’m Po dol ski.

Troch ow ski so gut sei wollt ich wissen,
worauf Piotr meinte: „Nee, beschissen!“
Mario wies ihn zurecht:
Gom ez ist gar nicht so schlecht!
Doch auch Philip war am Lahmentieren.
Möchte er noch etwas kommentieren?
Fragt ich Oliver im Rampenlicht,
doch der sprach nur: Neuville er nicht!
Tja, und Clemens saß auf seinem Sitz
und aß Pommes Fritz.

Ich gebe zurück und schau mal lose,
ob ich Miroslav im Klo se.

29.06.2008 

Leider nicht so:

Die einen haben gut begonnen,
das merkte man auch an den Toren
drum haben sie verdient gewonnen -
die Spanier ham verloren.
Für die war das ein schierer Krampf,
um nicht zu sagen stierer Kampf.

David war nicht anspielbar,
Villa gut zu sehen war!
Santi sah man ganz vorne nich’
(hinten spielte er Cazorla-ndlich),
und außer Xabi sah man niemand sprinten,
oft war er ganz Alonso da hinten.

Iker sagte drum: „na fein,
ich Casillas Tor hier ein!“
Sergio schrie: „das kann nicht angeh’n!
Ramos doch jemand rangeh’n!“
Mensch Pepe, warum macht denn keiner
das blöde Ding mal Reina?

Andrés der sagte nur salopp:
„Ich lauf hier ganz umsonst Palop!“
Erst schoss Álvaro und dann rief er:
„Ja wo steht denn da das Tor?“
Das stand auf gut Deutsch „tiefer“,
auf Englisch Arbe“loa“!

Der Daniel aus Ibíza war sich
völlig klar: „das Güiza gar nicht!“
Na, varro machste das Ding nicht rein?“
Darauf Fernando: „das Tor ist zu klein!“
Und auch Fernando 2, das konnte man seh’n
verfehlte das Tor-res war nicht schön.

Marcos schrie ohne Manschetten:
“Ja Senna noch zu retten?
Wo spielt Ihr den Ball denn hin, ja wo?
Schieß das Ding dahin, Juan ito!“
Darauf der: „Na Du hast gut lachen,
Xavi soll ich das denn machen?”

Sergio vermutete soGar-
cía
hatten keine Chance – wie wahr!
Joan sagte etwas knapp:
„Wir wollten den Pokal, den Cap-
devila
schließlich jeder!“
Doch keiner traf das Leder.

Cesc sprach zwar “da geht noch was”
und gab noch einmal Fàbregas,
Doch Raúl der spielte gar nicht toll
(der trank wohl zuviel Albiol).
Und auch Carlos trank ganz offen nen Malteser,
weil jeder die SchMarchesa!

Weil Carles schon die Schleimhaut schwoll,
nahm er Hustenbonbons von Puyol.
Rubén rief hinterm Schiri her:
„mit de la Red ich gar nicht mehr!“
Andrés sprach: „Gott, mein Bester, dreh
die Zeit zurück Iniesta-day!“

Luis sprach noch im nachhinein:
Aragon és hat nicht sollen sein!“
Und David sagt wohl nix, da er noch schmollt.
Tja, Reden ist Silva, Schweigen ist Gold.

23.06.2008 

Holland ist raus!

Ja, den Schlusspfiff ham wir grad gehört
und was die Holländer jetzt daran stört
ist wohl im Grunde unterm Strich
durch die Rechnung nur, dass sich
die Spieler aus den Niederlanden
als Verlierer wiederfanden.

Zwar spielte Rafael nicht rüde,
doch war er van der Vaart noch müde.
Orlando meinte im Gedränge: Ja,
das war ganz schön Engelaar!
Und Wesley sagte: „leider, leider,
jetzt sind die Russen aus’m Sneijder!“

Nigel machte allen andren Mut,
doch leider spielte de Jong nich’ jut.
André, der weinte wie ein Neuer:
„der Ball ist unser und nicht Ooijer!“
Und für Klaas-Jan da war im Grunde klar:
„das war’n doch alles Huntelaar!“

Selbst Joris – sonst ein Mann aus Eisen -
(der schlug beim Boxen schon Ma’ thijsen)
sprach: „unser Torwart ist doch dumm,
der HenkT immer nur im Tor herum!“
Drum lief Edwin bis zur Ecke vor,
doch van der Sar er nicht das Tor.

Als sei er beim Ein-Euro jobben
sah man Arjen übers Spielfeld Robben,
anstatt dass er aufs Tor mal zielte,
während Robin eher spielte,
als hätte er auf seinen Fersien
den Schah van Persie(n).

John der sagte angesichts
des Spielverlaufs: „Heitinga nichts!“
Maarten meinte: „ich steig da nicht durch!“
(auf holländisch: „ikk Stekelenburg!“)
Worauf Giovanni sagte: „ja, dann schlach
doch mal im großen Bronckhorst nach!“

Wilfred sagte ohne zu lachen:
„ich lass mich nicht zum Bouma(nn) machen!
Wenn dieser Schuss da nicht gewesen wär,
ich dachte ja, dass Tim de(n) Cler(t)!“
Darauf Mario mehr weich als hart:
Melch iot hat das gesagt?“

Ich weiß, dass klingt jetzt etwas schroff,
doch Jan Vennegoor sprach aus dem of:
„Hesse link
(s) gespielt, hätt’ste getroffen!“
Demy de sagte darauf ganz offen:
„so mein Lieber, jetzt pasZ eeuw,
ich wechsle gleich zu Jogi Löw!“

Dirk der sagte er bereut,
dass man das immer wiederKuyt,
doch wenn man in seiner Gegenwart
- so wie ich grad - einfach sagt
„der Torschützenkönig wirkte bemüht“,
danN ist „el Rooy“ ein wenig Ruud.

Ibrahim stöhnte nur schlaff: „Ey,
ich mach mich hier doch nicht zum Afe-
llay
(der) halt die andren!“ Das sei fies,
sprach Khalid als er die Tränen wusch.
„Ich geh jetzt erst mal nach Paris,
ins Lido oder Boulahrouz!“

Ja und Marco sagte im Lokal
sie van Basten den Pokal
und dass er nicht gern verliere.
Ich gebe zurück und gratuliere
dem besten Holländer im Ring -
Guus Hiddink!

07.06.2008 

Benzinpreise

Nu’ steh’ ick anne Tankzapfsäule,
kiek uff det Preisschild druff und heule!
Ick sende Esso-S an Ihn’n:
egal ob Shell oder BP-Benzin,
an min’-Aral-Öl-Firma-ment
leuchten hundertfuffzig Cent!
Ick bin bestimmt nich’ miesepetrig,
aber och det Diesel jeht nich’
mehr zu bezahl’n. Ick sage Sie:
det kleene Wort „Raffinerie“
det kommt von „Raff“ und „Gier“.
Ma’ ehrlich, wa’: die schaffen mir!

18.04.2008 

Merkel in Oslo

Für’s Dekolleté ist’s nie zu spät -
Deutschland hat sein Nipplegate!
Da vergaß so mancher Operngast,
weshalb er eig’ntlich Opern hasst
und sprach im fernen Oslo:
„Das ist ja ein Geschoss ... oh
lieber Himmel, Ei der Daus,
die Angela hat Holz vorm Haus!“

Ja, im Dekolleté der Kanzlerin
verlor sich mancher ganz darin.
Die Sänger waren schon am Singen,
da sprach man von ganz andren Dingen,
die angepackt mal werden müssten ...
also ... ich meine jetzt Reformen ...
doch angesichts der zwei enormen ...
äh ... sollten wir wohl ab-brüsten!

17.04.2008 

Schmierer von Pierer

Seht, da schleicht der Herr von Pierer!
Seht, da kommt er, unser Heinrich
und nimmt leise, klamm und heimlich
aus der Tasche den Radierer!

Oh, wie verschlagen er ihn hier hält!
Die Aufträge bei Siemens brummen,
doch er radiert immense Summen
und böse Wörter, so wie Schmiergeld

aus dem Gedächtnis. Und entsprechend
wie in dem kleinen Wort „korrekt“
zur Hälfte schon „korrupt“ drinsteckt,
ist diese Taktik sehr bestechend!

Doch da entdeckt man den Taktierer!
Die Not ist groß, doch man ist einig:
„Lieber Heinrich, peinlich, peinlich!“
Seht, da steht der Herr von Schmierer!

16.04.2008 

Berlusconi 3

Frankreich hat Paris und Nizza,
Italien hat Rom und Pizza.
Der Franzos’ hat Pommes des Terre,
der Italiener Maccaroni,
etwas mehr vom Mittelmeer
und leider Berlusconi.

La Grande Nation und Italy,
Silvio und Sarkozy!
Die Italiener und Franzosen,
die haben viel gemein:
Ihre Chefs ham dicke Hosen
und sind auch ziemlich klein.

Die glänzen durch verpflanztes Haar,
hohe Absätze an jedem Paar,
Lifting, Schminke, feinen Zwirn ...
Kurz (in Frankreich wie Italien):
Großes Ego, kleines Hirn
und große Geni ... tiv-Verfechter sind sie auch nicht grade.

26.03.2008 

Merksätze für Bankangestellte:

1. Erstes Anzeichen von Krise?
Du machst 5 Milliarden Miese!
2. And’res Wort für Herzinfarkt?
US-Immobilienmarkt!
3. Bei minus 20 oder so Milliarden,
verlass ganz schnell den Laden!
4. Weißt Du nicht wo sie abbleiben,
darfst Du Gewinne abschreiben.
5. Man kann es drehen oder wenden,
mit Dir wird es noch Börse enden.
6. Es steht im Großen Ganzen
schlecht um die Finanzen.

17.02.2008 

Klaus Zumwinkel – Postchef a.D.

Ich lass hier gleich das Dichten sein,
was hör ich da aus Liechtenstein?
Wer ließ denn all die Postwertzeichen
ins Fürstentum entweichen?
Da kommt halt auch nichts Gutes raus,
wenn schon die Eltern rufen: „Klaus!“
Da wird der Sohn zum feinen Pinkel,
zum Manager oder Zumwinkel ...
... advokaten – halt zum Chef der Post!
Und liegt die Wurst erst auf’m Rost,
dann gibt man sie nicht gerne her -
das fällt ja schon beim Grillen schwer.
Wie ist das dann erst bei Millionen?!
Drum heißt es dort, wo Bosse wohnen:
Wenn’s beim Postmann zweimal klingelt,
hat ihn die Polizei umzingelt!
Dann fährt er wohl, man könnte sagen,
hoch auf dem grünen Wagen!
Wann kommen wohl der Ackermann
und all die andren Kacker dran?

01.02.2008 

Sonett ... ist die Wahl auch wieder nicht!

Oft fragte sich wohl selbst uns Bush:
„war je ein Hirn begrenzter?“
Doch nun ist Wahl, d.h. George Pfusch
ist demnächst mal weg vom Fenster.

Jetzt heißt es Barack gegen Hillary,
die Welt schwankt zwischen Pro und Anti.
Schon wieder so ein Thriller wie
bei Koch und Ypsilanti!

Jung, schwarz, männlich – Obama!
Clinton - weiß und Omama!
Wer wählt diese? Wer wählt den?

Liegt er vorne, liegt sie hinten!
Und am Ende gibt’s statt Barack/Clinton
1, 2, 3 ... Fritts von McCain!

20.04.2007 

Oettingers Trauerrede im Studienzentrum Weikersheim

Sehr verehrte Trauergäste,
Sie wissen ich bedauer feste,
dass ich hier an diesem Orte
meine wohlgewählten Worte
zu meinem eigenen Verdruss
nun doch zu Grabe tragen muss.

Doch während ich von Gram erfüllt
(mein braunes Herz in schwarz gehüllt)
meine Hakennase schnäuze,
mach’ ich drei derselben Kreuze,
dass die Affäre endlich endet
und sich das Eichenblatt nun wendet.

Liebe Widerstandsmitläufertäter,
ich sage Führer ... oder später
komm’ auch wieder and’re Zeiten.
Drum will ich Euch drauf vorbereiten
und frage Euch mit leichtem Schauer:
Wollt Ihr die totale Trauer!?

21.03.2007 

Krank auf der Bühne

Wenn ich heut nicht Vorstellung hätt’,
dann läg ich jetzt mit 40 im Bett.
Das wär vielleicht eng – mein lieber Schieber!
Nee, ganz im Ernst: ich hätt’ noch Fieber.
Doch damit ich hier die Bräute seh,
schlug ich zurück mit Kräutertee.
So steh ich hier trotz Virus und Bazille
jedoch mit 0,8 Kamille!
Ja, da lachen Sie vielleicht erheitert,
doch meine Nebenhöhlen sind vereitert!
Natürlich gibt es Antibiotika,
doch was mach ich Idiot? Na klar:
Ich hab mir noch nen Nerv geklemmt,
der nun den Schalk im Nacken hemmt.
Ich geb zu, das ist kein derbes Geschwür,
doch wie wär’s noch mit ’nem Herpes dafür?
Die Nase ist auch schnell bereimt:
wie die Bronchen - voll verschleimt.
Da wag’ ich mal den kühnen Vergleich:
Alles im Grünen Bereich!

13.01.2007 

Zum Todestag von Josef Neckermann (1912-92) und Wyatt Earp (1848-1929)

Was musste ich denn da erfahren?
Die Zeitung tat es heut berichten:
Josef Neckermann starb schon vor Jahren.
Na, da TUI mal was dichten:
Nach dem Krieg in damals unbequemen
Zeiten so ein Reiseunternehmen
zu gründen? Sicher, das kommt vor!
Doch grenzt es nicht schon an Humor,
wenn dies ganz unverfroren tat
- manche würden sagen, das sei krank -
ein Mann, der just geboren ward
im Jahr als die Titanic sank?

Tja, das Schicksal ist oft unergründlich,
denn aus Gründen, die mir unerfindlich,
starb am selben Tag in Arizona
ein Mann, der stand ihm sowieso nah:
Wyatt Earp! Der große Westernheld.
Wenn das mal nicht zum Besten zählt!
Wyatt Earp – mein lieber Scholli eh -
und Neckermann „Doc“ Holliday!

01.01.2007 

China will "Super-Gemüse" im All züchten

Es schwebt im All wie’n Satellit,
den Chinesen macht es Appetit
es hat’n Triebwerk und ne Düse
und innen drin, da wächst Gemüse!
In der Umlaufbahn ist schwer was los
die Paprika sind schwerelos.
Auch Lychee, Reis und China Kohl
fühlen sich im Weltraum wohl,
denn die Partei stellt für’s Gewächshaus
immer neue Schecks aus.
Auch linientreu ist die Rakete,
gepflanzt wird nur in Rote Beete.
Und geht es zur Bewässerung
kriegt das Gemüse zart und jung
nur Wasser und MaoZe-Dung!

09.12.2006 

Der Wunschzettel

Lieber guter Weihnachtsmann,
immer komm’ die andern dran.
Dem Wladimir, hab ich geseh’n,
schenkst Du Polonium 210.
Du schenkst dem kleinen Kim Jong Il
ein atomares Projektil.
Dem Osama schenkst Du für die Christen
immer neue Islamisten.
Und unter jedem Tannenzweig
liegt Weihnachten ein Counterstrike
mit etwas Geld zum Waffen kaufen,
plus Munition zum Amok laufen.
Nur ich krieg wieder nix zum schießen!
Statt Heiligabend zu genießen
kriege ich dies Jahr als Attraktion
’ne blöde Baker-Kommission!
Lieber Weihnachtsmann, lass mich in Ruh!
Hochachtungsvoll, George Double-U
P.S.: Und bitte, bitte, bitte sehr
schenk mir keine Brezeln mehr!

08.12.2006 

Weihnachten 2050

Von draus vom Walde komm ich her,
ich muss Euch sagen, es blühet gar sehr.
All überall auf den Tannenspitzen
sah ich singende Vöglein sitzen.
Und droben aus dem Himmelstor
schien mit heißen Strahlen die Sonne hervor.
Und wie ich so strolcht durch den blühenden Tann,
da sprangen mich kleine Fischlein an
und vor mir ertranken Hase und Igel,
denn stetig stieg der Wasserspiegel.
Und jetzt, da die Bananen reifen,
hier im Harzer Küstenstreifen,
denke ich voll Sommerglück
an jene trübe Zeit zurück
... als an Weihnacht Eiszeit war.
Als sich die ganze Engelsschar
durch Sturm und Hagel kaum bewegen
konnte und im kalten Regen
durch Schnee und Matsch sich kämpfen musste,
und man nie so richtig wusste,
ob je wieder die Sonne scheint.
Doch heute singe ich vereint
mit Möwen, Austern, Vögelein!
Drum stimmet alle fröhlich ein:
Kiel und Hamburg sind versunken,
die Holländer sind längst ertrunken,
Italiens Flüsse sind versiegt,
weil dort jetzt die Sahara liegt.
Und Spanier, Griechen und so weiter
sieht man allein und mit Begleiter
über Alpenpäss’ gen Norden ziehn
ins Land wo die Zitronen blühn!

06.11.2006 

Gesundheitsreform

Tatsächlich ist es jetzt passiert!
Wie Frau Schmidt uns informiert
wird die Gesundheit reformiert.

„Das ist doch krank“, so hört man klagen,
„’n Ulla Kompromiss“ manch einen sagen.
Und von Paris bis Kopenhagen

wird im Ausland schon gekichert:
„ob Rainer, Rita oder Richard,
ganz Deutschland wird jetzt krank-versichert!“

Doch lasst uns hier nach Wahrheit streben
und ein konkretes Beispiel geben
zum Thema „lieber Tod als Leben“:

Die Versorgung von Verderbenden,
langsam sich Verfärbenden,
mit einem Wort von Sterbenden

wird ausgebaut, um Schmerzen
an Leber, Darm und Herzen
am Lebensende auszumerzen.

05.11.2006 

Gesundheitsreform (Forts.)

Drum freu Dich! Wenn Dein Leben endet,
wird auch mal Geld für Dich verwendet!
Drum ist Frau Merkel so geblendet,

denn wie’s zuletzt jetzt um Schwarz-Rot stand
passt die Bezeichnung „Notstand“
nicht ganz so gut wie „todkrank“.

Das Sterben der großen Koalition
dürfte sich da ganz schön lohn’n,
denn im Gesundheitsfonds sind jetzt Million’n!

So könn’n Reformen den Erfindern,
lässt sich der Abschied nicht verhindern,
wenigstens die Schmerzen lindern.

31.10.2006 

Bundeswehrfotos aus Afghanistan

Ihr Männer von der Bundeswehr!
Wir, vom Stab der Heeresleitung
freuen uns zur Stunde sehr,
dass heute in der Heereszeitung

- oder wars in BILD? - egal,
dass jedenfalls auf Seite Eins
das Ergebnis unsrer Vorauswahl
gedruckt erschien. Da scheint's

nun angebracht von uns hier oben
zu ehren dieses Fotos Schöpfer
und hier und heut dies Bild zu loben
mit dem Titel "Karl der Köpfer".

Welch Kraft, welch Komposition:
hier mit seinem - ja - hochróten Kopf
Gefreiter Karl in Kombination
mit dort dem bleichen Totenkopf!

Wangenrot und Leichenblass -
die Symbolkraft ist enorm!
Solch Schädel trug schon Günter Grass
am Ärmel seiner Uniform!

Ja, dieses Meisterfoto steht
für Zukunft und für Tradition,
für des Heeres Kontinuität.
Und darum sagen wir zum Lohn:

Ist das Soldatenlos auch oft ein herbes,
wir gratulieren stolz – und das Wort gilt -
dem Gewinner unsres Wettbewerbes
„Mein allerschönstes Urlaubsbild“

29.10.2006 

Schröders Memoiren (mit Dank an die TAZ)

Aus dem Spiegel musste ich erfahren:
jetzt kommen sie! Die Memoiren
des rot- und grünen Ex-Monarchen,
heute Gazprom Oligarchen
(denn wie sagte Putin einst beim Bier:
"Mensch Gerd, Wladimir so ich Dir!").
Ja, jetzt kommen sie schon auf den Markt!
Da fragt man sich, was Gerd wohl sagt?
Sicher geht es auch darum,
dass Oskar doof ist und Bush dumm,
die Linken blöd und Stoiber blöder,
doch hauptsächlich geht es um Schröder.
Erstens: er ist wieder wichtig.
Zweitens: was er tat war richtig.
Und drittens geht es noch um "Basta!",
heiße Luft, Hartz IV und Neuwahl-Krampf.
Drum kaufen Sie für wenig Zasta:
Gehard Schröder's Buch: "Mein Dampf!"

25.09.2006 

Transrapid

Auf einem Gleis im Emsland
vor kurzem eine Gems’ stand.
Doch dort, das klingt jetzt ganz morbid,
ist nicht gerade Gams-Gebiet.
Dort fährt, weiß, rot und Anthrazit,
ja eigentlich der Transvestit ...

... was jetzt natürlich jeder rafft:
dies Gedicht war fehlerhaft!
Genauso wenig wie ne Bremse
gab’s dort Transe oder Gemse.
Warum schrieb ich’s, woll’n Sie fragen?
Das war wohl menschliches Versagen!

18.09.2006 

Der Papst und der Islam

Jetzt schlägt’s 16! Lieber Benedikt,
das war jetzt aber ungeschickt!
Welche böse Vorsehung
trieb Dich denn zur Vorlesung?
Sicher kann das mal passieren,
beim wissenschaftlichen Zitieren
aus dem 14ten Jahrhundert.
Da ist man selbst als Papst verwundert,
wenn der Moslem das persönlich nimmt
und ihn nichts versöhnlich stimmt.
Wer hätt’s gedacht? So hohe Wellen
aufgrund solch uralter Kamellen
aus dem Mittelalter, doch:
der Moslem lebt da heute noch!
Für den ist das brandaktuell,
da wird er gern mal kriminell.
Doch statt darauf herumzureiten,
betone ich die guten Seiten.
So fanden ’s nämlich jene stark,
die Zeichner sind in Dänemark.
Drum Glückwunsch, denn ab heute bist
Du Ehrenkarikaturist!

11.09.2006 

Schumi hört auf

Sein Leben war geprägt von Fleiß.
Ja, er gewann den großen Preis
sieben Mal. Doch dacht er leis:
„Ich fahre immer nur im Kreis!“
Und schließlich lauter: „So ein Scheiß!
Ja, das Geld, ich weiß, ich weiß!
Doch wie die Bahn auf ihrem Gleis,
fahr ich immer nur im Kreis!
Der Motor dröhnt, mir rinnt der Schweiß,
der Wagen läuft vor Hitze heiß,
vom vielen Sitzen schmerzt der Steiß!
Und wofür? Ich fahr im Kreis!
Journalisten, Promis, Fan-Geschmeiß
rufen – in der Hand ein Eis -
während ich hier auf die Zähne beiß:
guck, da fährt der Greis im Kreis!
Die Wichser! Formel Eins? Ich schmeiß
alles hin, den ganzen Scheiß!
Mein Leben? Ich befrei’s! So sei’s,
ich durchbrech’ den Teufelskreis!
Ich werd’ jetzt so lange verreisen,
bis über mir die Geier kreisen!"

30.08.2006 

Mick Jagger (63) braucht jetzt einen Teleprompter

I can’t get no ... Mensch, was war’s doch gleich?
Mann, bin ich im Schädel weich!
Satis ... dingsbums ... Nee, so ähnlich,
wehe Keith, Du grinst jetzt dämlich!
But I try and I tri … tra … tralala!
Was machen wir hier gleich nochma’?
Wie heißt die Band, was woll’n die Leute?
Und überhaupt: wo sind wir heute?
Wer ist der Mann am Schlagzeug da?
Ja, die Stones, na sicher, klar!
Die wollt’ ich auch schon immer seh’n
Wieso? Warum? Was ist mit denen?
Wie heißt doch gleich noch mal der Sänger?
Die Hose wird auch immer enger!
Wie bitte? Jagger? Nie gehört!
Jetzt hört mal auf, der Lärm der stört!
Was wollt Ihr denn? Wer sind Sie eig’ntlich?
Na jetzt werd’n Sie mal nicht kleinlich!
Ja, ja, der Text. Moment, gleich kommt er,
Wo ist die Brille für den Teleprompter?

22.08.2006 

Tipps und Tricks für KofferbomberMeine lieben Libanesen

Meine lieben Libanesen
aus Kiel und Köln, was muss ich lesen?
Mit soviel religiösem Wahn
bezwingt Ihr nicht einmal die Bahn?
Also, wenn Ihr Euren Jähzorn
wieder gegen Hartmut Mehdorn
richtet, passt gut auf! Jetzt gibt’s
noch gratis ein paar tolle Tipps.
Damit ihr’s noch mal schriftlich kriegt:
die Wirkung einer Bombe liegt
unter anderem darin begründet,
dass man sie zum Beispiel zündet.
Um vorzubeugen dem Irrtum,
empfehl’ ich das Märtyrertum,
denn wenn die Koffer sich nicht regen,
kann man selbst schnell Hand anlegen.
Das ist für Euch zwar ärgerlicher,
doch zwei Tote wär’n Euch sicher!

22.08.2006 

Günter GraSS

Ich will jetzt keine Namen nennen,
doch hätte man was ahnen können,
da er, wenn man es recht erwägt,
schon die SS im Namen trägt.

16.08.2006 

Zu den jüngsten Ereignissen im Nahen Osten

Wenn's in einem Land nie schneit,
dann gibt es dort fast immer Streit.
Denn wo keiner Stöck’ unDschihad,
macht man gern mal den und die platt.
Das geht in keinem Haushalt lange gut,
z.B. neulich erst Beirut:
Weil die grad kein Messer fand,
warf sie Tel Aviv-errückt an die Wand:
„Ich Ramallah Welt die Faust ins Auge,
wenn Du glaubst das ich nichts tauge!
Ich klopp den Trauschein in die Tonne
und werde LibaNonne!"
Darauf er: „Da Hamas wieder!
Ich Fatah und Nacht und die da
spielt zuhaus’ den großen Heerführer.“
Und fährt er dann mit seinem Märtyrer
(auf Englisch würd man sagen:
He's driving with Hisbollahwagen),
sieht man ihn auf heißen Reifen
seine Frau mit dem VerGaza streifen.
Bei der Hitze wird man echt plemplem.
Ick wünsche wohl Jerusalem!

30.07.2006 

Raucherliebe

Sie war ein zartes Mädchen,
er war ein blonder Junge;
die trafen sich im Tabaklädchen,
denn beide rauchten Lunge.
Sie hieß Nikola, er Nikotin,
das war des Schicksals Fingerzeig.
Er liebte sie, sie liebte ihn,
es war ein Lucky Strike!
Er dachte: was 'ne Frau, mit der Gestalt,
und dann auch noch ihr Teergehalt!
So rabenschwarze Lungenbläschen ...
Sie nannte ihn ihr Tabakhäschen.
Ein letzter Zug, dann nahm den Ring er
und steckte ihr das goldne Bändel
auf ihre zittrig gelben Finger
der vor Liebe roten Händel.
Dann drückten sie die Kippen aus,
ham noch mal kurz daran gerochen
und - meine Gefühle flippen aus -
dann fuhr'n sie in die Filterwochen!

23.07.2006 

Hitzewelle

Wann wird's mal wieder richtig Sommer?
Ein Sommer wie er früher einmal war?
Verhagelt und verregnet bis September
und keine zwanzig Grad das ganze Jahr!

Das Ozon brennt grad sein Loch mir in die Lunge,
die Sonne brennt das letzte Hirn mir weg,
ach hätte damals Rudi nicht gesungen
im ZDF bei Dieter Thomas Heck!

Jetzt freut schon das Maligne Melanom sich,
die Haut krebsrot, weil Hautkrebs sie bedroht.
Der Carrell kann das wohl selber nicht gewollt' ham,
oder warum ist er jetzt auf einmal tot?

Wann wird's mal wieder richtig Sommer?
Ein Sommer wie er früher einmal war?
Verhagelt und verregnet bis September
und keine zwanzig Grad das ganze Jahr!

14.07.2006 

Postbank wechselt von Beckenbauer zu Zidane

Zidane zu Materazzi
zum Thema Mutter/Schwester:
"Hör mal, Schatzi,
hör mal, Bester,
ich köpfe Dir nur grad mal inne
Mitte von Deinem Gefieder."
Dann im Close Up: "Solche Gewinne -
Ja, da legst di nieder!"

10.07.2006 

Bundeskabinett

Ach wie herzhaft noch der Franz lachte,
als er in TraveMünteferingen machte!
Doch schon damals sprach er an der Ostsee,
wenn er nur den Horst See
hofer auf bessere Zeiten.
Auch Wolfgang sei bei weitem
nicht g'rade sein großes Glück,
auch vor diesem Schäuble er zurück!
Ja, wenn der Thomas nur nicht wäre,
doch jetzt ham wir de Mazière!
Während Angela im Ausland werkelt,
bleibt sie zuhause unbeMerkelt!
Franz Josef spricht auf Reisen viel,
aber nicht mit Kim Jung Il.
Wird da nicht jedem Angst und bange?
Das frag' ich Michael schon lange.
Die ganze Wirtschaft jedenfalls
hat schon so ein' Glos im Hals!
Zu Ursula da fehlen mir die Worte,
die ist halt von der Leyenhaften Sorte,
doch dass man die Brigitte zulies,
nur weil man ihre PhantaZypris ... !?
Heidemarie sagte auch schon vor Schreck:
„es geht genauso weit vor Wieczorek
-Zeulen gibt’s da aber nix“
Für meine Begriffe etwas zu fix
durft’ ja Annnette nach Berlin mitfahr’n.
Nur weil and’re halt noch laSchavan!
Von Peer gelingt mir ohne Frag’,
zuallererSt-ein-brückenschlag
zu seinem and’ren Ego Alter.
Da sag ich mal ganz Frank und Walter:
Hat er auch im Brett ein Stein,
mei’er g’hört halt raus, net rein!
Wolfgang sagte selbst: „O je!
Wenn ich in solche Tiefensee,
dann geh ich bald den letzten Schritt.“
Darauf Ulla: „Komm ischmidt!“
Tja, da sah und Sigmar’s wieder, bitte sehr:
Die Koalition gibt und Gabriel nichts her!

25.06.2006 

Ausblick auf den weiteren Turnierverlauf

Ja, ich steh hier am Spielfeldrand
und so wie ich das Spiel verstand
haben wir nach Toren
6 zu 1 verloren.
Ich sammle hier jetzt Kommentare,
doch leider sind die Mangelware.

Er sei aus dem Schneider meinte Bernd,
dann hat er sich entfernt.
Marcell sagte nur: „beschiss’nes Spiel!“
Im großen Jansen aber sonst nicht viel.
Und da für ihn ganz klar der Fall lag,
meinte Michael, dass es am Ballack!

Olli sprach: „das Kahn passieren“,
Philip war am Lahmentieren,
möcht’ er noch etwas kommentieren?
Fragt ich Oliver im Rampenlicht,
doch der sprach nur: Neuville er nicht!

Da Timos Herz für Hildebrand,
kam’s dass er nur im Bilde stand.
Dann wollte ich zu Torsten gehen,
doch der war Fringsum nicht zu sehen.
Alle riefen: „Gerald vor!“
Doch der hatte wAsamoah.
Von Jens habe ich auch nichts vernommen
... Nowotny is’ kann ja noch kommen.

Auch Thomas sagte, dass vor Wut er brennt,
wie in der Hitzlspergerment,
und wollt’ - bevor ich es verhehl -
dem Sebastian an die Kehl.
Arne sprach: „immer schön Friedrich bleiben!“
Mike zerschlug im Hankemenge Scheiben.
Darauf Bastian: „Du Blödes Schwein,
steiger Dich da nicht so rein!“
Dazu Christoph, der in Hetze war:
„das war ein einziges GeMetzelder!“

Doch ein’ Moment noch kurz, bevor
ich bei Tim gleich einmal nachBor-
owski andern Spieler noch kommen,
hab ich soeben vom Trainer gehört,
Robert habe seinen Huth genommen!
Das habe Per z.B. gar nicht gestört,
denn den interessiere keine Entlassung,
sondern Mertesackers schlechte Verfassung.

Ansonsten hatte Jens Lehmann den Haaren
Kevin ist zur Kuranyi Nordsee gefahren.
Patrick habe ich gar nicht entdeckt
und frage mich: Owomoyela wohl steckt?
David ging sofort zur Tür
und sprach: „Odonkor, da nich’ für.“
Tja, und Lukas antwortet im Sommer nie,
doch fährt im Winter auf’m Podolski.

Ich sag wie einst Sebastian mit Qual:
„VermaleDeissler noch mal“,
gebe zurück und schau mal lose,
ob ich Miroslav im Klose.


05.06.2006 

Zum Spiegel Titel Nr. 23 / 3.6.06: "Die Suche nach dem Garten Eden"

Das interessiert nun wirklich jeden:
wo lag denn eigentlich Eden?
Mehr beim Euphrat, mehr beim Tigris?
Bei nem Fluß, der schon versiegt is´?
Und gab´s in den Gebieten
des Paradieses Parasiten?
Gab es Mücken, Fliegen, Käfer?
Gab es Adam, gab es Eva?
Gab es Heidi Kabel?
Oder gab´s Kain wenn und Abel?
Oder ist das Ganze eine Fabel?
Das Paradies nur ne Parabel?
Steht´s eigentlich nur für´s Himmelreich?
Und wo war jetzt dieser Himmel gleich?
Wie flieg ich hin? Braucht man da leider
für´s Paradies nen Paraglider?
Wo ist´s denn nun, wie komm ich ran?
Versteckt sich´s hinterm Paravant?
Mir schmerzt der Kopf, ich glaub ich hol
mir erstmal Paracetamol!
Zum Wohl!

28.05.2006 

Bruno der Problembär

Es gibt wieder ein Problem mehr:
Bruno, den Problembär!
Er schrieb mir sein Problem wär
eher klein und nicht sehr groß:
im Sommerurlaub sei er bloß.
Mit schönem Gruß, Minister Glos.

18.05.2006 

George Bush hat seinen Bruder Jeb als nächsten Präsidenten vorgeschlagen

Wie Mr. President uns wissen läßt
steht jetzt die Erbreihenfolge fest:
Erst Vater's Sohn, nun Bruder Jeb
- Tja, die haben noch'n Depp!

11.05.2006 

Liebe Heide Simonis

Ich sag es Dir nicht gerne,
doch vom Tanzen halt Dich ferne.
Im Grunde fehlt Dir zwar nicht viel,
außer Rhythmus, Stil und Taktgefühl,
doch mislingen Dir in voller Gänze
einwandfrei die Standardtänze.
Z.B. tanzt Du ja den Charlston
bei weitem am katastrophalsten.
Beim Fox kommst Du ganz aus dem Trott
und auch der ganze Rest ist Schrott.
Tango, Quickstep oder Walzer?
Fast so schlimm wie Deine Salza!
Denn Latein Amerikanisch,
das liegt dir ja auch garnisch.
Lambada tanzt man sonst fast nackt,
Du tanzt ihn fast ohne Takt!
Merengue, Samba, Rumba
sah man auch noch niemals plumpa.
Dein Cha Cha Cha ist so La La,
Dein Rock`n Roll ist auch nicht toll,
der Jive ist steif, der Twist ist Mist,
ich sach mal so: im großen Ganzen
kannst Du halt nicht Tanzen!
Tja, als "Heide" kennt Dich Schleswig Holstein,
und nun der Rest als Hedwig Holzbein!

05.05.2006 

Die Nachwuchsministerin (Ein Kinderlied)

Morgen Kinder wird's Euch geben,
heute werdet ihr gezeugt,
denn Ursula versprach soeben,
dass sie Euch persönlich säugt.

Ach wären alle Kindlein zart
von der Leyen-haften Art!

Sieben schlüpften schon nach draußen,
doch eine Frau wird niemals müd.
Ja Deutschlands Zukunft, die kommt aus´m
Hannoveraner Zuchtgestüt.

Und von der Leyen leihen wir
jedem Kind noch ein Haustier!

Kinder, Kirche und Karriere,
Sex, Erfolg und Tischgebet -
das wär´ ja auch das Ungefähre,
für das die heil´ge Jungfrau steht.

Drum Ihr Hirten fern und nah:
Danket alle Ursula!

07.04.2006 

Der Knabe im Tor (Annette Ballade von Droste-Hülshoff)

O schaurig ist es im Tor zu stehn,
wenn es wimmelt von Toresschützen,
die wie Phantome am Strafraum gehn
und jede Gelegenheit nützen.
Wenn nach jedem Tritte ein Bällchen springt,
wenn’s aus der Fankurve trötet und singt.
O schaurig ist es im Tor zu stehn,
wenn die Spieler den Strafraum nicht schützen.

Voran, voran, stürmt der Stürmer im Lauf,
voran als wollt’ er ihn holen.
Von seinem Fuße da schießet es auf,
es pfeift fast unter den Sohlen.
Wie ein gespenstiges krummes Ei,
fliegt die Pille, das Leder herbei,
Der Knabe springt ... vorbei und schlägt auf
und darf aus dem Netze was holen.

Allmählich lichtet der Nebel sich,
und oben auf der Empore
der Bundestrainer verzieht das Gesicht,
dem Knab hallt das „Nein“ schon im Ohre.
Tief atmet er ein, im Kopf da schwirrt’s,
denn er weiß, der Lehmann, der wird’s!
Ja, dort im Kasten wa

03.04.2006 

Neuköllner Hauptschulen

Manch Gauner, Gangster, Hütchenspieler
beginnt heut’ meist als Rütli-Schüler,
der and’re auf dem Hof verprügelt,
im Unterricht meist ungezügelt
mit Kreide und mit Federtaschen
herumwirft, oder war’n es Flaschen?
Na, auf alle Fälle ist was los,
genau wie in den Videos,
die ungeschminkt und trendy
ganz real auf jedem Handy
Folter, Mord und Todesqualen
auf die Farbendisplays malen.
Heraus mit all den Aggressionen,
kein Grund die Lehrerin zu schonen!
Notfalls schickt die halt ne SMS:
„Bin in der Schule, S.O.S.!“
(Falls das Handy nicht geraubt)
Drum senkt die Hauptschule ihr Haupt
und fragt sich, ob die eig’nen Lehrer
den Verstand und den Geist derer,
die sich in dumpfer Stumpfheit suhlen,
in Hauptschulen überhaupt schulen?

18.02.2006 

Vogelgrippe auf Rügen (Siehe auch Gedicht vom 21.08.2005)

Unter Rügens weißer Klippe
liegt der Vogel und hat Grippe.
Ein weiß Gefieder nennt er seins
und jetzt auch ein H5N1.

Der Ostwind der wehte in her,
er landete im Sturzanflug,
von Westen kommt der Veterinär,
allerdings im Schutzanzug.

Und dem schwachen Schwane schwant,
was der Mann mit Maske plant.
Erfreut ruft er ihm deshalb zu:
„Ach, lieber guter Manitu ...

... endlich kommt das Tamiflu!“

05.02.2006 

Dänische Karikaturen

Jetzt ham die Dänen das geMekka!
Die Bilder war’n wohl etwas kecker
als erlaubt, denn jeder Mullah fand:
„das ist ja Allahand!“
Auch dem Imam passt’s nicht in’ Kram.
Sicher, schon einer dieser Scherze Islam,
aber gleich ein Palästinatürlich ausflippen.
Da kann die Stimmung ganz schnell kippen.
Gib Dänemarkante Zeichnung und dann
gibt’s ’ne Demohammed allem drum und dran!
Da sprach – und das ist jetzt der Lohn -
manch’ Reiseveranstalter schon
mit dem Nahen Osten im Sinn:
„da Karikaturisten mehr hin!“
Und wenn doch, dann sag ich glatt: „na,
dann ma’ jute Fatwa!?“

01.01.2006 

Betrifft: „Gemeinsam sind wir stärker“

Liebe Angela,

während ich noch morgens schlief
erreichte mich Dein Brief.
Da war ich schwer beeindruckt!
Wenn man da so reinguckt ...
Okay, drei Millionen Portokasse,
aber dafür war das Foto klasse!

Wie Du da so frisch geglättet
die Rolltreppe nach oben rollst,
Mensch, da war ich echt geplättet,
dass das wirklich Du sein sollst!

Mit Visagist, Friseur, Designer,
und was weiß ich noch für Handwerker,
verkörperst Du wie sonst wohl keiner
den Satz: „Gemeinsam sind wir stärker!“

17.12.2005 

Israel nach Deutschland und Österreich

Also gut. Gekauft. Schon überzeugt!
Dann räum’ wir schon mal Sachsen leer.
Nee, da ham wir ja auch vorgebeugt,
da lebt schon eh fast keiner mehr.

Wie bitte? Was sagst du Gerda?
Ach, die Sportsfreunde der NPD
- Bautzen, Görlitz, Hoyerswerda -
den sagen wir: „Ade, bleib schee!“

Ja, die kann man ja zur Tür bringen -
Tschüss und weg. Tabula Rasa.
Dann räumen wir noch Thüringen
und Bayern heißt dann Gaza!

Von mir aus auch noch Sachsen-Anhalt
und Brandenburg in ein, zwei Sommern
wir brauchen nur ’nen guten Anwalt,
falls mal Proteste vorpommern.

Die Ösis räumten ja gestern schon Kärnten,
und sagten zum Letzten, den sie entfernten:
„Nee, Sie müssen wirklich gehen, leider.
Tschüss Herr Haider!

17.12.2005 

Erdgas-Gerd

O, Mammon, du gemeiner, schnöder!
Erst Esser, Ackermann - jetzt Schröder!
Der fasste ans Gemächt sich
und dachte: „Einundsechzig?
Zur Ruhe setzen? Hand in’ Schoß?
Ich hab schließlich schwer was los!
Was brauch ich Seelen oder Leib-Pein?
Mein Freund Putin baut ’ne Pipeline!
Mit meiner Chuzpe, meinem Vorwitz
mach ich im Aufsichtsrat den Vorsitz.
Da freut zum ein’ der Russe sich
und ich verdien mich dusselich!“
Und durch die Erdgasröhre hallt der Jubel:
„Danke Wladimir, jetzt rollt der Rubel!“

12.12.2005 

Zeit der Zombies

Kinder geht nicht mehr nach draußen,
denn im Dezember kommt das Grausen!
All überall an den Häuserwänden
hängen Zombies, die verenden.
Entstellt die Körper, die Glieder verrenkt,
die Kleider rot vom Blut getränkt.
O, ihr Kinder, gar groß ist die Not,
der liebe Weihnachtsmann ist tot!
Er, der einst durch den Kamin gepoltert -
heut hängt er von der CIA gefoltert
unterm Fenster mit gebroch’nem Genick,
erwürgt und erdrosselt in Leitern aus Strick.
Ach, lieber guter Weihnachtsmann,
schau Dich doch mal selber an!
Da hängst Du nun verwest, verwittert,
zerknautscht, zerknüllt, zerknittert,
schlaff und runzlig, voller Falten
an der Wand, der kalten!
Wo sind die Engel mit den Flügeln?
Die könnten Dich mal bügeln!

04.12.2005 

CIA Airlines

Germanwings? Fly DPA?
Noch günstiger geht’s dieses Jahr
mit der Billig Airline CIA -
Yipee-I-yeah!
Kein Ticket, Reisepass, no Visa -
Mitgliedsausweis Al-Kaida!
Und statt mit Bahn oder Mitropa
fliegst du umsonst durch ganz Europa.
Und solltest Du mal klamm sein,
der Geheimtipp heißt jetzt Polen.
Flieg einfach über Ramstein,
oder lass Dich holen.

Der Gedanke selbst ist gar nicht neu,
den kapiert selbst Georgieboy
mit wenig Hirn, viel Stroh und Heu:

Kennst Du in Polen einen Fliegerhorst,
mit Hotelresort versteckt im Forst,
dann werd’n die Gäste outgesourced!

04.12.2005 

Gammelfleisch

Vor fünf Jahren, da sprach Vater Staat:
„Tiermehl ist für Tiere hart!“
Das liebe Vieh - der Mensch, er liebt es!
Und seit diesem Zeitpunkt gibt es
kein Zerhacken mehr, kein Sägen,
kein Umweg über Schweinemägen.
Schlachtabfall, der schon gestunken,
wird jetzt direkt durchgewunken
und landet, dank dieser Kampagne
- und nach ’nem kurzen Untertaucher -
in Würstchen, Döner und Lasagne
und damit gleich beim Endverbraucher!
Die gesundheitlichen Folgeschäden
treffen hypothetisch jeden,
strotzt er auch vor Stärke.
Drum liebe Hausfrau merke:
Wenn Dein Mann ganz plötzlich stammelt
und er Dich nur von hinten rammelt,
war das Würstchen wohl vergammelt!

26.11.2005 

Was sagt der Osten dazu?

Fünfzehn lange Jahre hat's gedauert,
solang' ham wir auf die Chance gelauert.
Doch jetzt ist's soweit, nun zeig'n de Ossis
den Wessis wer der Boss is'!
Von München bis zum Hamburger Michel
regieren endlich Hammer und Sichel:
Angie nahm Gerhard den Platz weg,
Franz Müntefering heißt jetzt Platzeck
und Edmund stoibert ab nach Bayern -
auf geht's Brüder, lasst uns feiern!

03.10.2005 

Doppelmonarchie

Kein and’rer Vorschlag war je besser:
Gerd und Angie – Halbe Halbe!
Auf dass der Staat die zwei Erpresser
beide mal zum König salbe!

Lasst uns doch den Doppelposten
ausprobier’n und testen:
... Angie kriegt den Osten
und Gerd regiert den Westen!

Statt Chaos, Streit und Anarchie
einfach ’ne Doppelmonarchie.
Und eines ist schon ausgemacht:
damit von beiden keiner rüber macht

- von Ost nach West und umgekehrt -
bau’n wir am besten eine Mauer.
Lang leb’ Queen Angie, lang leb’ King Gerd -
und Kaiser wird Franz Beckenbauer!

25.09.2005 

Zum gegenwärtigen Stand der politischen Lage

Ja, wie jetzt? Was nun bitte?
Ampel, Schwampel, große Mitte?
Jamaika, Reggae, Rasta?
Bleibt Hannover, Schröder, Basta?
Kommt Osten, Frau und evangelisch?
Oder Halbe Halbe, Israelisch?
Die SPD ist mal so frei,
die Schwarzen sind auf einmal zwei,
die Gelben groß, die Grünen kleiner,
mit den Linken redet keiner.
Joschka geht und Guido steht,
für Wolfgang Gerhardt ist’s zu spät,
Stoiber will jetzt nach Berlin,
obwohl die Bayern ihn verdien’n.
Statt Regierung nur Sondierung,
in New Orleans Evakuierung.
Die ganze Welt fällt in ein Loch,
jetzt fehlt im Grunde ja nur noch,
dass Köhler’s Horst ganz milde spricht:
„wir wähl’n noch mal, das gildet nicht!“

24.09.2005 

Zum Schicksal von Wolfgang Gerhardt (FDP) und dem gescheiterten Versuch der Jamaika Koalition

Zum Außenminister war er designiert,
jetzt ist er außen vor. Und resigniert
geht Wolfgang in die Stiftung stiften,
denkt sehnsuchtsvoll an die bekifften
Rasta-Reggae-Tage von Jamaika
und spielt den Blues der Balalaika.

23.09.2005 

Die Elefantenrunde

Ich bin heute fast noch atemlos!
Mein lieber Herr Gesangsverein,
war der von Gerhard Schröder groß
und waren die der ander’n klein!
Ein Festival der guten Laune!
Im Jubel der Begeisterung
der Tes- und Tosteronposaune
ging Angelas BeMerkelung,
sie sei eigentlich und immerhin
im Grunde ja Gewinnerin -
ich sag mal so: doch eher unter!
Da setz’ ich meinen Namen drunter:
ohne einen Kanzler Schröder
wär’ die Welt doch sehr viel öder!

13.09.2005 

Walther von der Ampelweide

Ich saz ûf eime steine
und dahte bein mit beine.
dar ûf satzt ich den ellenbogen.
ich hete in mîne hant gesmogen
daz kinne und ein mîn wange.
dâ dâhte ich mir vil ange,
wie man driu ding zesamene brêcht
diu sich sinde sônste slecht.
diu zwey sinde grûin und ouch diu rôtten,
diu têten sich zesamene rotten
mit ene gêlbe hampelmann.
doch fêlt grat der zer ampel, dann
trîtt an des kuinen recken stêlle
dui frouwe von der wêsterwelle.
dui drui wünst ich zesamene wêhnen,
dui gêlbe huhn und dui zwey hähnen.
denn ich kond de keinen rât gegeben
wie man zer welte solte leben,
wenn regiert dui witwe swârz.
den ward noch slimmer als den hârtz.

11.09.2005 

Das bayrische Orakel

Ich glaub es hackt! Wie man’s auch dreht:
Edmund Stoiber ist Prophet!
Schon lang hat er’s vorausgesehen,
und nun könnte es geschehen,
dass tatsächlich die Frustrierten
(per Nachwahl) seiner Alliierten
Angela den Wahlsieg kosten.
Denn bei der NPD im Osten
war eine Frau derart frustriert,
die ist sogar gestorben.
Ich glaub’, nie hat so raffiniert
Ganz Rechts gegen Rechts geworben!
Ja, das Zünglein an der Waage
sind wahrscheinlich dieser Tage
die Frustrierten der Stadt Dresden -
noch genauer: die Verwesten!

05.09.2005 

Zur gegenwärtigen Situation auf dem Ölmarkt

Nu’ steh’ ick anne Tankzapfsäule,
tank’ mein’ Wagen uff und heule!
Ick sende Esso-S an Ihn’n:
egal ob Shell oder BP-Benzin,
an min’-Aral-Öl-Firma-ment
leuchten hundertfuffzig Cent!
Ick bin bestimmt nich’ miesepetrig,
aber och det Diesel jeht nich’
mehr zu bezahl’n. Ick sage Sie:
det kleene Wort „Raffinerie“
det kommt von „Raff“ und „Gier“.
Ma’ ehrlich, wa’: die schaffen mir!

28.08.2005 

Lance Armstrong war bei der Tour de France 1999 angeblich gedopt

Er trat ganze sieben Male
als schnellster die Pedale.
Sieben mal wurd’ er gelobt,
jetzt sagt L’Equipe er war gedopt.
Doch ich brech hier für Lance ’ne Lanze:
Liebe Herrn der Tour de Franze,
seid ihr ’nem Mann mitnichten hold,
so dass ihr ihn vernichten wollt,
dann seid doch mit der Welt humaner
und nehmt den anderen Texaner!

21.08.2005 

Vogelgrippe

Wo der Tod schwingt seine Schippe,
wo der Hahn die letzte Kippe
röchelnd raucht und wo Gerippe
der ganzen Hühner-Vogelsippe
mit gebroch'ner Vogelrippe
liegen in der Vogelkrippe,
da - es liegt mir auf der Lippe -
grassiert im Stall die Schweinepest!
(kleiner Scherz ... war nur ein Test)

Hier merkt nun auf der Landwirt:
wenn Dein Geflügel über's Land irrt
(kommt manchmal vor beim Freilandhalten),
kann sich das Virus frei entfalten.
Denn der Wandervogel der bewegt
sich über alle Berg' und Hügel,
und vom Erreger wild erregt
stürzt er sich auf das Hausgeflügel!

Fazit:
Die Grippe legt den Vogel matt,
doch wenn er einen Vogel hat,
ja dann kommt auch der Mensch in Not.
In Bayern sind deshalb bedroht:
achtundfünfzig oder mehr Prozent
... und ein Ministerpräsident!

11.08.2005 

Stoiber will nicht akzeptieren, dass

Der ganze Osten ist am Reihern,
wo man hinschaut Frustration.
O wie klug sind da die Bayern,
nur einem fehlt die Hirnfunktion:

Edmund, wie man ihn mit Namen nennt,
heißt der begabte Bajuware,
ein Freistaat-Ausnahmetalent,
wo Dummheit sonst nur Mangelware.

So kommt es, dass ich Hoffnung schöpfe,
dass Folgendes im Herbst passiert:
im Osten wählen kluge Köpfe
und ein Bayer ist frustriert!

06.08.2005 

Kaputte Kacheln im All (zur Mission der

Früher gab's nicht viele Astronauten,
denen die Experten trauten,
die sie für den Weltraum buchten,
nein, die NASA Scouts die suchten
Forscher mit den besten Noten,
nur die fittesten Piloten -
Minimum war Düsenjäger -
heute braucht man Fliesenleger.

28.07.2005 

Die Sesamstraßenpartei

Ich frage mich: wen wähl’ ich?
Vielleicht die neue Linkspartei,
in der schon Walter Ulbricht selig
sich eintrug in die Linkskartei?
Für die Erich eine Offenbarung,
Egon eine Krenzerfahrung
und Gregor stets der Gysi war?
Toll, mit welcher Strategie sie da
sich jetzt ’nen Wessi ausgeborgt,
den hatten wir hier schon entsorgt.
Also: auf geht’s Brüder und zur Sonne
mit Oskar aus der Mülltonne!

28.07.2005 

Die Sesamstraßenpartei

Ich frage mich: wen wähl’ ich?
Vielleicht die neue Linkspartei,
in der schon Walter Ulbricht selig
sich eintrug in die Linkskartei?
Für die Erich eine Offenbarung,
Egon eine Krenzerfahrung
und Gregor stets der Gysi war?
Toll, mit welcher Strategie sie da
sich jetzt ’nen Wessi ausgeborgt,
den hatten wir hier schon entsorgt.
Also: auf geht’s Brüder und zur Sonne
mit Oskar aus der Mülltonne!

21.07.2005 

Wahlkampf-Argumente

Dies Gedicht an dem ich werkel,
das widme ich der Kanzlerkanditatin.
Sie ist so kompetent wie Gerhard Schröder,
sie ist so schön wie Genscher, fast noch schöner
Sie ist sympathisch, so wie Roland Koch,
hat Teamgeist wie einst Kohl und doch
auch Führungskraft. Sie hat die Autorität
wie sie sonst nur Norbert Blüm umweht.
Sie ist dynamisch wie Johannes Rau,
oder Rudolf Scharping, nur als Frau.
Sie hat - wie sonst nur Erich Lafontaine -
um Deutschland sich verdient gemacht.
Das muss man objektiv seh’n:
mit Frau Merkel an der Macht,
kann wirklich nichts mehr schief geh’n!

16.07.2005 

Peter (Hartz) und der Golf

Jetzt ist Wolfsburg ohne seinen Leitwolf,
denn Peter fuhr die längste Zeit Golf.
Er, der gern ’nen süßen Käfer haschte,
im Schwarzwald drei und im Hartz Vier vernaschte.

Für ihn heißt’s nun Passat passé.
Für ihn heißt’s nun Adé VW.

Denn wenn dort mal im Betriebsrat
ein Betriebsrat einen Trieb hat,
muss er nicht darben wie ein Mönch in Kutten,
dann bezahlt VW sogar die ... Rechnung.

30.05.2005 

Zu den sich überstürzenden Ereignissen der letzten Woche

Waren in Nordrheinwestfalen
nicht gerade erst Wahlen?
Steinbrück hatte kein Glück ... das ist klar,
doch wissen Sie noch, wer der Sieger war?
Neuwahlen! Ein Befreiungsschlag!
Entschuldigung, dass ich Verzeihung sag -
von wem will Schröder uns befrei’n?
Er wird doch nicht sich selber mein’?
Weshalb ich im Vertrauen sage:
ich glaube, die Vertrauensfrage
stellt Gerhard nicht, weil er jetzt denkt,
dass man ihm Vertrauen schenkt.
Nein, ich denk er macht sich überhaupt
keine Sorgen drum, weil er halt glaubt,
dass man bei Neuwahlen einen Neuen wählt
... und er sich zu den Neuen zählt!
Na, wenn ihn dieser Schluss nicht trügt,
denn Angela sprach schon vergnügt:
"Der Guido ist mein Bester, gelle?
Also ich und Schwester Westerwelle,
wir würden uns das trau'n -
Hoppla, jetzt komm' die Frau'n.

08.05.2005 

Kritik am Kapital

O, Kapital, ich kritisiere Dich,
denn Global geseh'n hab ich dich nich'.
Ich sag es dir hier mit aller Gewalt:
es fehlt mir bei Dir an Gehalt!
Diese geistig und menschliche Leere,
dies eiskalt kalkuliert Monetäre,
dieses seelenlos Pekuniäre
der Aktienoptions-Millonäre
ist doch Schuld an der ganzen Misere!
Jeder Vorstand in den Vorstandsetagen
ist doch nur noch ein Vorstand der Gagen,
verführt durch die splitternackte Gier,
so wie dieser eine hier ...
... na, Bank ist Deutsch ... kommt aus der Schweiz ... hat so'n fieses Grinsen, so'n breit's ...
... na, erst kam der Breuer und er dann als Neuer ...
... Mensch, ich krieg schon so'n Hals, ... na egal, jedenfalls:
Heut' morgen ruf ich den Macker an
und sage: „Komm, mach dich vom Ackermann!
Wir sind das Volk, wir sind die Wähler!“
Das war ein kapitaler Fehler,
denn jetzt sucht man mich als Terrorist - Mist!

02.05.2005 

Neues Gesetz machts möglich: im Dezember heiratet Elton John seinen Freund David Furnish

In England lebt Sir Elton John,
das wussten manche vielleicht schon.
Und da England ja am andern Ufer liegt,
ist auch klar, warum er Männer liebt.
Er wurd’ geadelt und geehrt,
nur die Ehe blieb ihm stets verwehrt.
Doch ab jetzt wird alles anders,
denn ab Dezember kann das
Gesetz ihn nicht mehr daran hindern
David Furnish und sein’ Hintern
auf das Standesamt zu führen.
Das wird die Welt zu Tränen rühren.
Im Dezember drum und eher nicht,
wird Elton John geehelicht.
Doch eines kann ich nicht verstehen:
wenn die neuen Männerehen
erst ab Dezember gelten - so Gott will,
und wir nicht bis Mai warten -
warum durften dann schon im April
Charles und Camilla heiraten?

24.04.2005 

Spätes Glück für Helmut Kohl

Helmut Kohl verliebt sich,
und das mit fünfundsiebzig,
in Frau Dr. Maike Richter.
Oder etwas schlichter:
in die neue Hannelore.
Er strahlt aus jeder Pore,
denn sie ist erst einundvierzig.
Ich schätze mal, da ziert sich
Helmut nicht so sehr. Ich denk',
er sieht Maike als Geschenk.
Woran man das erkennt?
Weil er den Spender gar nicht nennt.

20.04.2005 

Benedikt XVI

Das ging ja echt Ratz-Fatzinger
mein lieber Papa Ratzinger!
Tja, Stoiber, alter Geier,
da hast’e aber blöd gegafft,
dass es wirklich mal ein Bayer
bis ganz nach oben schafft!
Mir ist da aber gar nicht bang,
denn mit achtundsiebzig
denk’ ich mal da zieht sich
die Sache nicht so lang.

13.04.2005 

Mein Staub, dein Staub - Hauptsache ist: Feinstaub!

Junge, Junge, Junge,
hab ich was Feines in der Lunge!
Ich rauch kein Tabak mehr, kein Gras, kein Joint,
Feinstaub heißt mein neuer Freund!
Keine Pfeife nehm' ich mehr zur Hand,
auch zur Havanna sag ich „Nein“,
ich stell mich an den Straßenrand
und pfeif mir die Partikel rein!
Kippen muss kein Mensch mehr kaufen,
man muss nur noch durch Stuttgart laufen!

P.S.:
Als Grabinschrift hab ich gedacht:
„Er hat sich aus dem Staub gemacht.“

04.04.2005 

Abschied im April

Der Winter war nicht mehr von Dauer,
Frühling will mein Herz umwerben,
doch füllt mein Busen sich mit Trauer,
denn zwei Große mussten sterben.

Harald Juhnke war der erste,
Johannes Paul war der zweite.
O, Frühling, was bescherst'e
uns nur so 'ne Pleite!

Der eine ließ uns hoffen,
das war der Pontifex,
der and're hat gesoffen,
das war Susannes Ex.

Sie erfüllten beide Gottes Plan,
der eine groß, der and're klein.
Der eine starb im Vatikan,
der andere im Pflegeheim.

Was die Parkinsonsche Krankheit
für seine Eminenz,
das war trotz der Bekanntheit
für Harald die Demenz.

Im Frühling starben große Namen,
drum bring ich hier 'nen Toast:
dem Papst, dem sag ich „Amen“,
und Harald sag ich „Prost“!

19.03.2005 

Bezüglich Heide Simonis

1. Spontaner Gefühlsausbruch:

O Heide, O Heide,
wie ich mit Dir leide!
Deine Hüte war’n immer so süß.

Tja Heide, Mensch Heide,
jetzt suchst du das Weite!
... denn ma’ Tschüß!


2. Offizieller Brief:

Liebe Frau Simonis,
grad’ zwölf Jahr und schon is’
Ihre Zeit nu’ rum.

Ich meine:
wenn man das gewohnt is’,
dass man die Person is’,
die quasi auf’m Thron is’
(und das schon Tradition is’),
ist das natürlich dumm!

Denn:
wenn wer in der Fraktion is’,
der quasi ein Spion is’
und der für die Union is’,
da fragt man sich: warum?

Und:
wenn der für Rotation is’,
weil ihm das zu monoton is’,
(was eine Rebellion is’)
dann kann das sein, der Lohn is’
das, was – ich red’ nicht groß drumrum -

für Sie nun, Frau Simonis,
der Weg in die Pension is’!
v
14.03.2005 

Drei bedenkliche Ereignisse der jüngeren Weltgeschichte

Im Iran, im Iran,
da denkt der Iman:
„ich besorg mir Uran
und hab meine Ruh!“

In USA, in USA,
erwidert der Looser:
„ich bin doch kein Schmuser,
das denkst auch nur Du!“

Auf Amrum, auf Amrum,
steht Hein auf’m Damm rum,
da schaut sich ein Lamm um,
und Hein denkt: „was’ nu?“

13.03.2005 

Kleiner Monolog eines Reeperbahn Anwohners in Hamburg Sankt Pauli

Erst Pisa, jetzt Visa,
das Leben wird mieser,
doch ich bin glücklich wie nie!

Denn Ludmilla und Lisa,
die wohnen dank dieser
Affäre nun visa vis.

Die zwei sind Geschwister,
zieh’n alle Register,
wer sagt da, das Leben sei trist?

Ich schau nicht sinister,
(denn) mein Außenminister,
der ist zum Glück Visagist!

12.03.2005 

Douglas Adams hätte gestern Geburtstag gehabt

"Per Anhalter durch die Galaxis"
schrieb Douglas Adams, was ein Fakt is'.
1952 da wurde er geboren,
hat 2001 sein Leben verloren.
Dieses lebte er - und hier verkürz ich -
im Grunde nur bis neunundvierzig.

11.03.2005 

Zum Geburtstag von Joachim Fuchsberger am 11. März

Gerade wurd' er achtundsiebzig:
Joachim Schlauberger, der alte Fuchs.
Tja, so'n Leben zieht sich
... bis zum letzten Mucks.

07.03.2005 

Am 06. März wäre Jakob Fugger (der damals reichste Mann Europas) 546 Jahre alt geworden

Jakob Fugger was so rich!
But his mother was a bitch.
He would never even hug 'er
and only called her "Mother Fugger"!

05.03.2005 

Joschka Fischer hat seinen Rücktritt erwogen, sich aber dagegen entschieden ... :-)

Das nenn ich selbstlos, meine Damen!
Konsequenz hat einen Namen:
Joschka Fischer. Bravo, Joschka!
Gerade eben drosch da
die ganze Welt noch auf dich ein
und denkt, du trittst zurück. Doch nein,
du bist sogar noch weiter gegangen,
übst gnadenlose Selbstjustiz.
Mehr kann man wirklich nicht verlangen,
als dass du alles selbst zugibst.
Toll, wie Du nach allen Regeln
den Wind aus allen Segeln
genommen hast, Respekt!
Du hast dich ehrlich nicht versteckt,
sondern einen klaren Strich gezogen.
Was für eine Strategie:
du hast den Rücktritt nur erwogen ...
Tja, Frau Merkel: Hihihi!

16.02.2005 

Zur Hochzeit des Jahres

Dereinst sprach die alte Stute
zu ihrem jungen Fohlen:
"O, Tochter, meine liebe Gute,
ich sag es dir ganz unverhohlen:

eines weiß ich ganz verläßlich -
egal, wie sehr du dich verrenkst,
du bist so grottenhäßlich,
du kriegst im Leben keinen Hengst!

Doch liebes Kind, mach dir nix draus,
denn es gibt auf dieser Erde
'nen Mann, der sieht noch schlimmer aus.
Und dieser Mann liebt Pferde!"

Das war vor fünfunddreißig Jahren
und obwohl die zwei sich einig waren,
wurd' die Sache lang und wierig,
denn seine Mutter, die war schwierig.

Doch nun ist's soweit, ich bin gerührt,
dass ich vor Freude in mein Laken schneuz
(jetzt, da er zum Altar sie führt).
Sein Sohn trägt stolz das Hakenkreuz,

doch Camilla denkt: "der teufel hol's,
mein Charles, der heißt jetzt Parker-Bowles!"

09.02.2005 

Zum Schiedsrichter Bestechungsskandal im Deutschen Fußball

Die Kroaten, die Kroaten!
Dat sind so Kandidaten,
die beim Fußball nit gern raten
und auf dat Ergebnis warten!
Nee, die woll'n dat lieber vorher wissen,
und darum ham die uns beschummelt!

Die ham gesagt: "Mensch lass ma'
die Schiris sich verpfeiffen,
dann soll'n die auch 'nen Plasma-
schirm und Geld abgreifen."

Da flossen reichlich Gelder,
bis in die Verbandsliga.
Nur Gerhard Mayer Vorfelder
wollt' nicht mal (s)einen Zwanziger!

02.02.2005 

Wissenschaft: Curry (genauer: Curcumin) soll gegen Alzheimer helfen

Seinerzeit, bei Helmut Kohl,
da fragte man sich, ob der wohl
im Falle einer Beugehaft
die Sache mit dem Beugen schafft.
Doch hätte man gewusst, was man
heute über Curry weiß, ja dann
hätte man den alten Mann,
statt ihn im Ausschuss zu befragen,
mal zum Inder eingeladen.

25.01.2005 

Iran ist dran

Gerade neu ins Amt gewählt
hat George mal eben nachgezählt
und kam bei der Recherche
in Sachen Kriege nur auf zwei,
und dachte: „blöd, Mensch ich beherrsche
das Zählen doch bis drei!“

Und da’s in Bagdad nicht so läuft
und die Presse ihn mit Fragen
zum Thema Bagdad überhäuft,
sprach George – wie soll ich sagen? –
na ja voller ... neuem Elan:
„Ajatollah ... wär’ ja Teheran,
... die sind als nächstes eh’ dran!“

Drum auf, George, sei so frei!
Alle guten Dinge sind drei!
Und so’n Krieg ist doch ’ne Kleinigkeit
für ’nen Ölbaron mit ’ner Mission,
für Amerikas Dreieinigkeit:
für Bush Vater und Bush Sohn
und den scheinheiligen Geist,

... der bürgerlich Europa heißt.

17.01.2005 

Heimliche Vaterschaftstests sollen verboten werden

Sehr witzig, meine Damen!
Wie schön, dass wir jetzt nie erfahren,
ob auch wirklich uns’re Samen
die (wie Sie sagen) schnellsten waren!
Wie schön, dass jede Frau, dass jedes Kind,
dass alle Postboten nun glücklich sind.
Und dass jetzt viele von den Schlingeln
auch gerne wieder zweimal klingeln!

Doch wer zuletzt lacht, lacht am besten,
denn auch Frauen dürfen nicht mehr testen!
Damit wurden praktisch über Nacht
die Promiluder in rauen Massen
um ihr festes Einkommen gebracht!
Also eins muss man dem Beckenbauer ja lassen:
Mein lieber Vatter ... aber Kontakte hat er!

19.12.2004 

Nobelpreisträger 2004

Nobelpreise gibt’s nicht für jeden,
und wenn, dann nur in Schweden.
Denn war sein Dynamit auch explosiv,
Alfreds Preise, die sind exklusiv.
Mittlerweile gibt es derer sechs,
und genauso viele Schecks!

Den einen gibt’s für Frieden.
Der ging z.B. dieses Jahr,
das hat man bisher stets vermieden,
an eine Frau in Afrika.
Woher Wangari Maathai genau stammt,
det weeß im Grunde zwar Kenia,
doch weshalb man ihr den Preis zuerkannt,
det wissen noch viel weniger.
Es ging um Bäume, Demokratie und Natur
und ... ja egal, zur Literatur:

Dort sprach Elfriede Jelinek:
Ich krieg nen Preis? Da bleib ich weg.
Psychische Probleme, wie man hört.
Na, die ist ja wohl echt gestört!

Von Wien zur Medizin
(Sie erlauben doch, dass ich das Thema wechsel?):
Es lösten Linda Ruck und Richard Axel
ein großes Rätsel dieser Tage:

19.12.2004 

Wie riecht der Mensch? Das war die Frage.

Wie unterscheidet er Gestank, Gerüche, Gase?
Antwort: Nase!

Tja, hätt man auch selbst drauf kommen können.
Zur Physik - da muss ich gleich drei Namen nennen:
David Politzer, Frank Wilczek und David Gross!
Die kriegten den Preis im Grunde auch bloß,
wegen der ’asymptotischen Freiheit’ der Quarks,
... ja ... äh ... nur daran lag’s ...

Chemie:
Die Herren Ciechanover, Hershko und Rose,
die forschten in Haifa und Irvine, dort wo ’se
entdeckten, dass das Ubiquitin
ein Eiweiß markiert – also ein Protein,
welches der Körper abbauen soll.
Ja ... auch toll!

Bleibt nur noch die Wirtschaftswissenschaft,
dort forscht man zwar auch gewissenhaft,
doch geht’s dieser Lehre nicht um die Ehre,
weshalb es auch unangebracht wäre,
wenn ich hier Namen nennen täte,
denen geht es nur um Knete!

11.12.2004 

Sabine Christiansen

Sabine Christiansen und Udo Walz,
die ham jetzt einen Hundesalon.
Da braucht man kein Hirn und kein Schmalz
um zu wissen, dass im Grunde davon
Sabine mehr hat, als die Hunde.
Zumindest ist sie selber Kunde!
Im Fernsehn' sahen’s die verblüfften Massen.
Wer hinsah, konnt’ nicht wegsehn.
Sie hat sich so toll liften lassen,
dass man dachte: Michael Jackson!

07.12.2004 

Wissenschaft: Leichte Stromstöße erhöhen die Denkfähigkeit anscheinend um bis zu 4%

War stets das Denken dein Problem,
dann hast du es ab heut bequem:
halt dir zwei Kabel an die Stirn
und jag dir etwas Strom durchs Hirn!

Die meisten Leut’, wie ich und du,
die brauchen nicht mal ein Ampere.
Nur der George mit Double-U,
der braucht etwas mehr!

So’n paar Volt sind da zu wenig,
und auch die Kabel geh’n nich’.
Doch bleib ruhig, George, bleib ganz cool,
ihr habt doch da so’n prima Stuhl ...

30.11.2004 

Lieber Viktor Janukowitsch:

Regierst Du in der Ukraine
und so genau weißt Du nicht wie'ne
Wahl ganz still und heimlich
gestohlen wird, dann mein' ich:

Fahr ins Land der Mickymaus
und frag mal dort, wie man falsch zählt!
Die kenn' sich nämlich damit aus,
die hab'n sich zweimal schon verwählt!

22.11.2004 

Computer brummt gegen Mücken

In Thailand hat ja grad ein Mann
’nen Computer so gebaut,
dass er brummt. Und schau mal an:
es gibt keine Mücke, die sich traut,

wenn er dort sitzt, sich ihm zu nähern.
Denn die niederen Frequenzen
erzeugen Turbulenzen,
die das Fliegen scheint’s erschwer’n.

Drum: hörst Du mal ’ne Mücke summen,
musst du wie ein Laptop brummen.
Ab heute gilt für See und Sumpf:
Höh’n sind schön, doch Dumpf ist Trumpf!

Doch da die Viecher nachts mich plagen,
hab’ ich mir jetzt vor ein paar Tagen
was besorgt gegen den nächtlichen Stress:
’nen Dieselmotor mit achtzig PS!

Der brummt und rattert jetzt an meinem Bett.
Okay, der Gestank ist nicht so nett
und ich lieg’ wach die ganze Zeit,
aber da ist keine Mücke weit und breit!

16.11.2004 

An meinen Autor

Heute morgen wurde dein Buch gedruckt,
aber leider ohne mich.
Ich war zwar dabei, hab’ zugeguckt,
aber drinnen steh’ ich nich’.

Denn wie’s da so lag, ganz ungebunden,
blitzt’ ich als Gedanke erst auf.
Ich hatt’ mich zu langsam durchs Hirn gewunden,
drum kamst du heute erst drauf.

Zu spät! Du hast mich grad’ erst geschrieben,
drum steh’ ich auch nur im Äther,
häng’ hier im Netz, bin übrig geblieben,
na ja, vielleicht ja mal später ...

Obwohl ... bevor mir gleich die Tränen laufen:
Weil du mich nicht drucken konnt’st,
kannst du mich auch nicht verkaufen.
Ha, ha! Mich gibt’s umsonst!

11.11.2004 

Vorbild

Einer musste ja den Anfang machen!
Yes, Sir! Jassir tat's soeben:
statt Intifada, Dschihad und so Sachen,
entschloss er sich nun abzuleben.

Auf dass die Welt vom Bösen er befrei',
zog er es vor, ins Gras zu beißen.
Jetzt fehl'n im Grunde nur noch zwei,
die vorne George und Ariel heißen.


03.11.2004 

Bush hat die Wahl gewonnen.

O schwarzer Mittwoch, schwarzes Loch!
Wie dies geschehen konnt' bleibt mir ein Rätsel.
Jetzt hofft die ganze Welt nur noch
auf die nächste (größ're) Brezel!

27.10.2004 

I wish You ...

O schaute George (mit Double-U.)
doch einmal nur den Deutschen zu.
Ach fasste er sich doch ein Herz
und ließ sich einfach inspirieren,
z.B. von den Ideen des Merz
in Punkto „verdünnisieren“!
O George, die Zeit wird nun knapp,
bei uns tritt der Teufel schon ab!
Drum halt’ auch Du nicht länger hinterm Bush,
ab ins Körbchen George! Husch, husch!
Und mit dem Regieren - komm, vergiss des -
I wish You a Kerry Christmas!

12.10.2004 

Sepp Maier ist von Klinsmann gefeuert worden

Neulich, da sprach Maiers Sepp:
„Der Lehmann ist für mich ein Depp,
denn wer hier meinem Oli droht
(so sagte er das sinngemäß),
der ist für mich ein Vollidiot!“
Drum trat ihn Klinsmann ins Gesäß,
sprach: „tut mir leid, das musst ich.“
Schade, Sepp war sonst so lustig.
Der fing beim Spiel schon mal ’ne Ente,
jetzt geht er National in Rente.
Köpke wird ihn nun ersetzen,
den im Grunde alle schätzen -
natürlich außerhalb von Bayern!
Dort ist Franz – wie stets - am seyern,
Rummenigge schweigt beflissen,
Oli wird den Sepp vermissen,
Hoeneß findet es beschissen,
was Matthäus sagt, will keiner wissen,
und Lehmann meinte auf die Frage,
was er denn nun vorhat:
„Ich würde lügen, wenn ich sage,
dass ich nicht auf’s Tor wart’!“

11.10.2004 

Erwin Teufel will sich wahrscheinlich noch einmal wiederwählen lassen.

Wenn man mal vom Teufel spricht,
dann bleibt er - tut das Not?
Ich red' darüber lieber nicht,
ich schweig ihn lieber ...

04.10.2004 

In eigener Sache

Nachbarn reichen in der Regel
in ihrem ganzen Spektrum
vom Professor bis zum Flegel,
vom Rektor bis zum Rektum.
Letzteres wohnt gegenüber
... woanders wär' mir lieber!

21.09.2004 

Gleicher unter Ungleichen

Einsam schallte aus dem Bundesforst
die Stimme uns’res Köhlers Horst,
und sprach mal eben auf die Schnelle:
„Findet Gefallen am Gefälle!“

Da ging der „Ruck“ doch noch durchs Land,
den Roman Herzog einst benannt.
Das wär’ ja auch an sich nichts schlecht’s,
nur ging er halt nach rechts!

Mit „notfalls bin ich unbequem“
meinte Horst vielleicht genauer:
„Wird der Osten zu extrem,
dann bau’n wir halt ’ne Mauer!“

12.09.2004 

Wissenschaft: Frauen heiraten eigentlich ihre Väter (je inniger das Verhältnis zum Vater, desto ähnlicher ist diesem angeblich der Ehepartner)

Ich liebe Dich, mein Held, mein Schatz,
in meinem Herz hast Du nur Platz.
Du trinkst so gerne Dosenbier,
ich bügel Deine Hosen Dir.
Du sitzt im Sofa vor der Glotze
und nennst mich Deine blöde Olle
(meinen Namen hast Du längst vergessen).
Ich koche Dir Dein Lieblingsessen.
Du spielst mit Deinen Kumpels Skat,
während ich hier mit dem Essen wart’.
Da die Kinder Dich nur stören,
kümmer ich mich um die Gören.
Ich geh Putzen, Du gehst Saufen,
hast nebenbei ’ne and’re laufen.
Nach Haus' kommst Du dann stets besoffen,
doch meine Tür steht immer offen.
Eines Tages gehst Du sicher fort,
denn Du bist mit einem Wort
genauso wie mein Vati.
In Liebe – Deine Kati!

06.09.2004 

Medizin: Die Deutschen sind psychisch relativ gesund (1,2 % sind ernsthaft krank, 7,6 % leicht, in NL, F + B sind es doppelt so viele, in der Ukraine viermal und in den USA siebenmal (!) so viele Mens

Jetzt ham wir endlich den Befund:
die Deutschen sind im Kopf gesund!
Da freuen sich die Krankenkassen,
der Deutsche hat von seinen Tassen
die meisten noch im Schrank,
da ist der Holländer schon krank.
Auch der Belgier und Franzose
hat mehr als nur 'ne Schraube lose,
und im Osten der Ukraine,
da hat man nicht mal eine.
Selig sind die geistig Armen!
In Amerika hat Gott erbarmen
mit 61,6 Prozent
... davon ist einer Präsident!

30.08.2004 

Vier Zentimeter breite Beach-Volleyballerinnen Bikinis

Bisher, ich geb’ es zu, da fand ich
Beach-Volleyball vor allem sandig,
egal ob Damen oder Herrn.
Doch Erstere seh’ ich nun gern.
Beim Aufschlag zeigen sich dort zweifellos
die Vorzüge der neuen Trikots.

Da sieht man dann zuerst von hinten,
wie sich die Spielerin nach vorne beugt
und heimlich mit so Fingerfinten
zeigt, wo man die Kinder zeugt.
Von vorne sieht man dann noch schnelle
zwar nicht den Ball, jedoch die Bälle.

Gelobt seid Ihr - vier Zentimeter!
Denn seh’ ich Euch, dann steht’er
... Kameramann goldrichtig!
Manchmal fällt, das ist auch wichtig,
eine rücklings hin am Strand,
dann zeigt das Bild ganz imposant:

im Po Sand!

23.08.2004 

Aktion Sorgenkind

Wenn die Wahlen quasi morgen sind,
und Reformen sind Dein Sorgenkind,
dann such Dir doch als Namensbürge
dafür ein deutsches Mittelgebirge -
z.B. Hartz. Dann kann’s keinen schocken,
dann weiß jeder: das gibt’n Brocken!

Und folgen trotzdem noch Proteste,
dann wär’s vielleicht das Beste,
Du besserst das was schlecht is’
nach und adoptierst wenn’s recht is’
ein zweites Kind – ein echtes!

Das lenkt ein bisschen davon ab,
dass die Reformen schmerzlich,
und über Dich heißt es dann knapp:
der ist Hartz aber herzlich!

22.07.2004 

Jürgen Klinsmann wird Teamchef!

Klinsmann soll es richten
- da muss ich kurz was dichten:
Nach dem Gezerre, dem Gewühle,
ist nun Jürgen unser Mann.
Ich sag es frei: das sind Gefühle,
wo man schwer beschreiben kann.
Auf, Jürgen, gib den Jungs ’nen Kick,
darauf kommt’s jetzt erst mal an
und nicht auf eine Grammatik,
wo man gut vertreten kann!
Ab jetzt geht’s um der Siege Sporen,
die man im Fußball nur mit Toren
sich verdient – und darum Klinsi:
Auf, verdien sie!

19.07.2004 

Medizin - Arztkrawatten sind voller Keime

Ist ein Arzt Krawattenträger
wird er selbst oft zum Erreger,
denn so'n Schlips ist voll mit Keimen
... das wollt' ich nur mal Reimen.

19.07.2004 

Zum Tod von Inge Meysel

Ihre Creme hat nie so recht gehaftet,
das Reden fiel ihr etwas schwer,
die Demenz hat sie nicht mehr verkraftet,
Inge Meysel ist nicht mehr!

Die Frau, die auch mal Frau'n geliebt,
die große Lady Bi ist weg.
Ihr Lesben trauert, denn jetzt gibt
es nur noch Alfred Biolek!

10.07.2004 

In den USA wird demnächst das erste Gesicht transplantiert

Vor kurzem denk ich: "Meine Fresse!"
Denn da les ich in der Presse:
Jetzt gibt's Hoffnung, jetzt gibt's Licht
selbst für das letzte Arschgesicht.
Nun ist Schluß mit Leid und Frust,
den Schönen droht Gesichtsverlust.
Ich sag es frei, ich sag es offen:
Jetzt kann Frau Merkel doch noch hoffen!

09.07.2004 

Schröder plant freiwilliges soziales Jahr für Senioren

Mein Opa, der ist jetzt Zivi
drüben im Seniorenwohnheim.
Da gibt es viele, die wie
er sind (hier fehlt ein Reim).
Die füttert er täglich mit Brei,
manche wäscht er im Liegen,
doch das Schönste ist ja dabei:
er ist unter Gleichaltrigen!
Auf die eine im Rollstuhl,
da fährt Opa ab - voll cool -
man schiebt sich, verliebt sich,
der Rest, der ergibt sich
(und sie ist erst fünfundsiebzig!)
Fazit:
Für den Staat ist Opa billig,
er macht's frei - sie macht es willig,
und nach dem sozialen Jahr
bleibt Opa gleich da!

29.06.2004 

Fazit der Euro 2004

Kahn steht im Kasten,
Nowotny davor,
Friedrich verpasst'n
Ball, den Ballack verlor.

Hamann ruft "hast'n?"
mit Baumann im Chor,
um Frings zu entlasten,
schweint Steiger empor.

Lahm sieht man hasten,
das grenzt an Humor ,
Völler ausrasten,
das kommt schon mal vor.

Wörns kneift den erblassten
Kuranyi ins Ohr,
Ernst macht 'nen gefassten
Eindruck - der Ball ist im Tor.

Ein Spiel mit Kontrasten,
das Deutschland verlor.

22.06.2004 

Walter Döring (FDP) tritt zurück

Wird mal Dein Büro durchsucht
und Du hast was falsch verbucht,
jetzt nur zum Beispiel mal - 'ne Spende,
dann ist Dein Arbeitsplatz (am Ende)
mal so gesagt: Dein alter.
Tschüss, Walter!